Titelbild Okertal
HWN-Challenge

16. HWN-Tour: Durch das Okertal

Von
am
Dezember 28, 2017

“Von oben ist gut sehen,
im Tal ist gut gehen.”
– Sprichwort

Nach dem entspannten Spaziergang zur Sudmerberger Warte am vorherigen Tag, steht heute wieder eine lange Wandertour an.

Mit Ben gehe ich heute durch das “Okertal”. Dabei werden wir sowohl auf einigen Gipfeln als auch im Tal unterwegs sein.

Das Okertal liegt im Nordwesten des Harzes zwischen Goslar und Bad Harzburg. Namensgebend ist der knapp 130 km lange Fluss “Oker”.

Wir werden ihren Verlauf grob verfolgen, bis wir die Okertalsperre erreichen. Von dort geht es dann noch ein gutes St├╝ck bis Schulenberg. Ein Tour von etwa 15 km. Packen wir es also an!

Fr├╝hmorgens im Harzer Wald

Sehr fr├╝h geht es zuerst mit dem Bus von Goslar zum Bahnhof Oker. Von dort geht es weiter zu Fu├č auf der “Talstra├če” in Richtung S├╝den entlang, bis wir einen Kreisverkehr mit einer Br├╝cken├╝bergang finden. ├ťber die Br├╝cke geht es dann weiter, bis wir in die Stra├če “Im Stobenholz” links abbiegen. Hier geht es weiter geradeaus bis wir einen kleinen Einstieg zum Wanderweg finden.

Beim Einstieg begr├╝├čt uns eine gro├če Tafel mit der Abbildung einer Wanderkarte, die ├╝ber verschiedene Wanderwege und -m├Âglichkeiten im Okertal aufzeigt. Hervorzuheben sind drei empfohlene Rundwanderwege, die jeweils mit einem blauen, gelb oder roten Symbol gekennzeichnet sind.

Wir folgen dem blauen Symbol ein St├╝ck.

Rundweg Oktertal

Wir sind zun├Ąchst auf der “K├Ąstestra├če” unterwegs. Der Weg ist gut ausgebaut. Wir kommen sogar an einigen Sitzm├Âglichkeiten und sch├Ânen Ausblicken vorbei. Alles im allem scheint diese Tour doch recht vielversprechend zu werden.

Nebel, Wald und Gestein

Die Wege sind noch nicht vom Regen der letzten Nacht getrocknet. Auch die Luft ist mit Feuchtigkeit erf├╝llt. W├Ąre es jetzt noch 10 Grad w├Ąrmer, h├Ątten wir hier ein tropisches Klima, doch es ist recht k├╝hl.

Okertal

Von der “K├Ąstestra├če” geht auf dem “Romker Forstweg”. Dieser Weg hat einige sch├Âne Aussichten auf das Oktertal zu bieten. Nebelschwaben steigen aus dem Tal empor. Es herrscht eine mystische Atmosph├Ąre. Ben und ich sind bisher auch keinem Wanderer begegnet. Wir haben den Harz f├╝r uns allein.

Der “Romker Forstweg” f├╝hrt unst durch einen typischen Harzer Wald: viele Fichten (Picea sp.), wenige Laubb├Ąume und einige spektakul├Ąre Felsformationen, die man am Rande des Wanderwegs bestaunen kann.

Felsformation

Das Okertal und seine Entstehung

Aufgrund seines Aufbaus sieht das Okertal dem Bodetal in seiner Naturlandschaft recht ├Ąhnlich und wird daher auch oft als das “Bodetal des Westens” bezeichnet.

Entstanden ist das Okertal wie auch das Bodetal letztendlich im Pleistoz├Ąn, vor ca. 1,8 Millionen Jahren. Und auch wie die Bode durch das Bodetal flie├čt, so schneidet sich ebenfall die schnell flie├čende Oker durch das Gestein und hat somit ein tief ausgefurchtes Tal erschaffen.

Doch die Geschichte des Okertals geht noch weiter zur├╝ck. Wir befinden uns hier in der geologischen Einheit “Oberharzer Devonsattel”. Diese wird haupts├Ąchlich aus Gesteinen aus dem Devon (vor 409 – 362 Millionen Jahren) aufgebaut.

Einige dieser Gesteine sind wir bereits auf dem “Romker Forstweg” begegnet. Hierbei handelt es sich um den “Kulmtonschiefer”. Ein Tonschiefer, der im tiefmarinen Bereich gebildet wurde und dann im Zuge von Hebungsvorg├Ąngen nach oben gedr├╝ckt und verfaltet wurde.

Eschwegefelsen und seine Entstehung

Weiter der “Romker Forstweg” folgend, erreichen wir einen weiteren Aussichtspunkt: die markanten “Eschwegefelsen”. Eine Felsformation, auf deren Spitze man ganz bequem gehen um anschlie├čend in das Okertal zu blicken.

Wow – was f├╝r ein Anblick!

Eschwegefelsen

 

Die “Eschwegefelsen” werden als oft einer der besten Felsen f├╝r Kletteranf├Ąnger tituliert. Wir wollen jedoch nicht klettern, sondern nur die Aussicht ins Okertal genie├čen.

Einst stiegen hier im Harz m├Ąchtige granitische Schmelzen an die Erdoberfl├Ąche, es kam aber nie zu einem Vulkanausbruch. Die Lava erkaltete und erstarrte zu einem Granit. Im Verlaufe der Zeit wurde durch Hebungs- und Erosionsprozesse die Erdoberfl├Ąche abgetragen und der Granit kam im Form von Felsformationen zum Vorschein.

Diese Felsformation ist aus einem hellgrauen, mittel- bis grobk├Ârnigen Granit – der sogenannte Okergranit ┬á aufgebaut. Die Felsen zeigen starke Spuren von Verwitterung auf: Sie sind┬ástark abgerundet und zeigen eine rundliche Form, die denen von Wolls├Ącken ├Ąhnlich sieht. Daher wird diese Form der Verwitterung auch als “Wollsackverwitterung” bezeichnet.

Der Feuersalamander

Die feuchtigkeitsbehangende Luft l├Ąsst uns mittlerweile schnell ins Schwitzen kommen, obwohl es an sich gar nicht warm ist. Wir werden vermutlich den ganzen Tag mit so einem Quasi-Tropenwetter k├Ąmpfen m├╝ssen. Begeisterung erzeugt dieses Wetter wohl eher bei Tieren, die dieses spezielle Klima bevorzugen.

Ein solchen Vertreter finden wir am Wegesrand, nicht weit von den “Eschwegefelsen” vor. Es ist ein Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris), der etwas unbeholfen versucht einen Hang hinauf zu klettern.

Feuersalamander

Seine auff├Ąllige F├Ąrbung hebt sich deutlich von den braunen Bl├Ąttert├Ânen auf dem Erdboden ab, daher ist dieses Tier recht schnell zu sehen. Doch die auff├Ąllige Farbe ist keine Einladung f├╝r eventuelle Fre├čfeinde. Im Gegenteil – es ist eine Warnfarbe, die sagt: “Vorsicht! Ich bin giftig!”

Nun, wir lassen den Lurch seines Weges gehen und nehmen die n├Ąchsten Weg, der uns hinunter ins Tal f├╝hrt. Dort wartet die erste Stempelstelle auf uns: die Verlobungsinsel.

Der Weg zur Verlobungsinsel

Schnell sind wir im Tal angelangt. Wir ├╝berqueren eine Stra├če und erreichen einen kleinen Pfad, der uns weiter in Richtung S├╝den zur Verlobungsinsel f├╝hrt.

Wir kommen dabei an interessanten Steinen vorbei, die eine sehr l├Âchrige Struktur aufweisen.

Kramenzelkalk

Es handelt sich hier um einen “Kalkknollenschiefer”. Ein Gestein, das im m├Ą├čig tiefem Wasser durch wechselnde Abfolge von Kalk-Ausf├Ąllung und Ton-Sedimentation entstanden ist.

Die auff├Ąllige wabige, l├Âchrige Struktur ist durch die Verwitterung der Kalknollenlagen innerhalb des Schiefers entstanden. Diese Strukturen erinnern sehr stark an Ameisenbauten im Holz, daher wird dieses Gestein auch als “Kramenzelkalk” (Kramenzel = Ameise) bezeichnet.

Die Verlobungsinsel

├ťber eine kleine geschwungene Holzbr├╝cke erreichen wir die “Verlobungsinsel”. Diese kleine Insel kann sich auch als die einzige Insel im Harz r├╝hmen. Entstanden ist sie im Zuge der letzten Eiszeit, die auch das Okertal geformt hatte.

Wie sie aber zu ihrem ungew├Âhnlichen Namen kam, ist leider nicht bekannt. (auch eine sp├Ątere Recherche meinerseits lieferte keine Ergebnisse)

Die Stempelstelle mit der Nr. 116 ist schnell gefunden. Ben und ich schauen uns kurz auf der Insel um. M├Ąchtige Granitfelsen liegen sowohl auf der Insel also auch im Flu├čbett der Oker und geben den Ort etwas mystisches, ja gar m├Ąrchenhaftes.

Verlobunginsel

Auff├Ąllig ist hier zurzeit der sehr niedrige Wasserstand der Oker, die die Insel umflie├čt. Doch das ist nicht immer so, da dieser Abschnitt der Oker zu einem der beliebtesten und meist befahrenen Wildwasserstrecken im Harz geh├Ârt.

Doch heute scheint keiner au├čer uns im Harz unterwegs zu sein – weder auf dem Land noch auf dem Wasser.

Wir treten den R├╝ckweg an. Es geht wieder hinauf auf den Berg.

Die Marienwand

Wir gehen den gleichen Weg zur├╝ck, den wir auch vorhin hinunter zur Verlobungsinsel gegangen sind. Auf dem Weg nach oben entdecken wir jetzt erst einen weiteren beliebten Kletterfelsen: die Marienwand.

Wegen seiner Gestalt, H├Âhe und seiner guten Erreichbarkeit ist er ein sehr beliebter Kletterfelsen.

Marienwand

Die Marienwand erhebt sich etwa 50 Meter ├╝ber das Flu├čbett der Oker. Die besteht wie auch die “Eschwegefelsen” aus dem Okergranit. Auch die typische Verwitterungsform bei diesem Gestien – die Wollsackverwitterung – kann man gut an den Felsspitzen beobachten.

Bitte L├Ącheln!

Der Weg nach oben ist anstrengend, aber es ist nur ein kleiner Anstieg und ehe wir uns versehen, befinden wir uns wieder auf der “Alten Harzstra├če”. Diese folgen wir nun in Richtung S├╝den, bis wir bei der n├Ąchsten Wegabzweigung nach links abbiegen.

Dieser Weg scheint nicht so gut ausgebaut zu sein – sondern ├Ąhnelt noch einen Trampelpfad. Wir gehen durch einen Waldabschnitt mit Fichten, wo einzelne Gesteinsaufschl├╝sse des “Kulmtonschiefers” mit steilgestellten Schichten den Weg s├Ąumen.

Gesteinsaufschluss

Wir folgen diesen Weg bis wir in eine Kreuzung erreichen. Hier biegen wir in den “Bergmannscher Weg” ein.Endlich befinden wir uns wieder auf einen gut ausgebauten Waldweg! Wanderschidler weisen uns den Weg zum n├Ąchsten Ziel, da erscheint ein eher ungew├Âhnliches Hinweisschild, das uns ├╝ber gelegentliches Blitzen von Fotofallen informiert?

Fotofallen am Wegesrand? Warum?

Fotofallen

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) geh├Ârt wohl zu den bekanntesten Bewohner des Harzes, doch leider ist dieses Tier recht scheu und daher ist es recht schwierig eine genau Anzahl der Tiere zu erfassen.

Hier sollen die Fotofallen helfen, die Anzahl der Tiere und die einzelnen Individuen anhand ihrer Fellzeichnung zu identifizieren. Wenn gen├╝gend Luchse mit den Kameras erfasst sind, kann man R├╝ckschl├╝sse auf deren Populationen ziehen.

Die an Holzpf├Ąhlen montierten Fotofallen sind leicht zu erkennen. Wir gehen einfach an den Kameras vorbei. Luchse werden wir jetzt zur Tageszeit eher nicht sehen. Aber das ist ja auch nicht unser Ziel. Unser Ziel ist ein Felsen: Der Treppenstein.

Der Treppenstein

Der Treppenstein: Kletterfelsen, Aussichtspunkt, fr├╝hzeitliche Burganlage und Stempelstelle in einem. Etwa 470 m ├╝. NHN liegt dieser Granitfelsen am ├Âstlichen Ufer der Oker.

Der Treppenstein wird noch in “Kleiner” und “Gro├čer Treppenstein” unterteilt, wobei man den “Gro├čen Treppenstein” mit Hilfe der angebrachten Klettergel├Ąndes und der in Stein behauenen Treppenstufen besteigen kann. Von hier aus kann man ├╝ber das ganze Okertal blicken.

Wundersch├Ân!

Okertal Landschaft

Rast beim K├Ąstehaus

Vom Treppenstein wieder hinuntergestiegen geht es jetzt weiter ├╝ber den “K├Ąsteweg” zur “K├Ąsteklippe.”

Begleitet werden wir auf dem Weg von Wandermarkierungen, die ein “Gesicht” aufweisen. Es ist die wohl bekannteste Gesteinsformation im ganzen Okertal: “Der Alte vom Berge”.

Alte Berge Stempelstelle

Die Waldgastst├Ątte “K├Ąstehaus”, die ├╝ber 605 m ├╝. NHN liegt, ist schnell erreicht. Hier fallen die vielen Wanderer auf.

Wo kommen die pl├Âtzlich alle her?!

Sogar vor der Stempelstelle, die gegen├╝ber der Waldgastst├Ątte steht, hat sich eine Schlange gebildet. Der Name ÔÇ×K├ĄsteÔÇť kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet einfach “Eiche”. Fr├╝her wurden aus diesem harten Holz Armbr├╝ste, B├Âgen und Speere hergestellt.

Ben und ich entscheiden uns, hier Mittag zu essen und kehren in das Gasthaus ein.

Man ist das voll! Doch wir haben Gl├╝ck und finden noch zwei Pl├Ątze an einem langen Tisch. Schnell wird das Essen bestellt und es wird auch bald serviert.

Wir lassen es uns hier erstmal gut gehen.

Nach dem Mittagessen, verlassen wir die Gastst├Ątte und besuchen die K├Ąsteklippe. Die K├Ąsteklippe ist, wie auch die anderen Granitklippen, die wir bereits besucht haben, als Aussichtsklippe erschlossen. Das Besondere an der K├Ąsteklippe ist die Gesteinsformation, die den passenden Namen “Der Alte vom Berge” tr├Ągt.

Einfach zu erkennen, oder?!

Alte vom Berge

Vom Aussichtspunkt haben wir einen fantastischen Blick ├╝ber das gesamte Okertal. Wir sind beeindruckt und lassen die Landschaft auf uns wirken.

Die Mausefalle

“Der Alte vom Berge” ist bei Fotografen ein beliebtes Motiv. Man braucht aber auch nicht viel Fantasie, um den “Alten” zu erkennen. Doch die n├Ąchste Gesteinsformation, die direk auf unserem Weg zur “Romkerhalle” liegt, ist an Kuriosit├Ąt nicht zu ├╝bertreffen.

Mausefalle

“Die Mausefalle” erinnert auf dem ersten Blick auf eine ├╝berdimensionale Falle f├╝r Nagetiere. Wie gro├č m├╝sste wohl erst die Maus sein?

Doch diese Felsformation ist kein Produkt von Menschenhand, sondern durch nat├╝rliche Erosion entstanden. Wie auch die anderen Granitklippen, bliebt auch die “Mausefalle” nicht vor der Wollsackverwitterung verschont. Doch die Verwitterung ist nat├╝rlich noch nicht beendet. Es ist bleibt eine Frage der Zeit, wann die Falle zuschnappt. Doch dieser geologische Prozess kann noch lange dauern. Sehr sehr lange.

Doch solange k├Ânnen wir nicht warten. Wir gehen weiter.

Der Wasserfall von oben

Nach der Mausefalle gehen wir an der “Feigenbaumklippe” vorbei. Wir gehen auf dem “Schoppenstedter Weg”, der uns direkt zum “Romkerhaller Wasserfall” f├╝hrt.

Schon bald f├╝hrt uns der Weg parallel zur “Kleine Romke”. Sie ist der Zufluss des Wasserfalls, ├╝ber dem wir bald stehen werden. Hier oben k├Ânnen wir beobachten, wie tief das Wasser sich in das Tal st├╝rzt.

Wasserfall Romke

Der “Romkerhaller Wasserfall” ist ein k├╝nstlich angelegter Wasserfall, dessen Wasser sich ├╝ber 60 m in die Tiefe hinabst├╝rzt. Der Wasserfall wurde 1863 angelegt, um die Attraktivit├Ąt eines im gleichen Jahr neuer├Âffnetes Anwesen zu steigern.

Ein recht steiler Weg f├╝hrt am Wasserfall vorbei ins Tal.

Im Gegensatz zu den bisherigen geologischen Beobachtungen bestehen die Gesteine des “Romkerhallers Wasserfalls” haupts├Ąchlich aus einem Kalkgestein. Dieses Gestein wurde im Mittel- und Oberdevon eines ehemaligen Meers abgelagert. Doch die Schichten sind nicht hier sch├Ân horizontal aufgeschlossen, sondern wurden zu einer Faltenstruktur zusammengeschoben und im oberen Bereich sogar ├╝bereinandergeschoben.

Nur 50 Meter weiter der Stra├če “Okertal” folgend, finden wir auf der rechten Seite eine weitere geologische Besonderheit im Okteral vor. Ein ganze Felswand ist mit Hornfels aufgeschlossen.

Hornfels

Der Hornfels war urspr├╝nglich ein Tonschiefer. Durch das Eindringen von hei├čen Schmelzen des Okergranit in den Tonschiefer, hat sich dieses Gestein in ein hartes kompaktes metamorphes Gestein verwandelt.

Der letzte Abschnitt

Der letzte Abschnitt steht f├╝r uns an. Endlich! Uns schmerzen langsam die F├╝├če.

Hier bei der “Romkerhalle” haben wir leider keine M├Âglichkeit mit ├Âffentlichen Verkehrsmitteln zur├╝ck nach Goslar zu kommen. Das finde ich ├Ąu├čerst Schade, das es diese M├Âglichkeit nicht gibt. Zwar befindet sich hier eine weitere Stempelstelle (Nr. 119 – Hallesche H├╝tte), doch dazu mu├č man wieder einen Berg hinauf und hinunter. Ben und sind aber f├╝r heute genug Berge rauf und runter gewandert.

Hallesche H├╝tte

Doch leider ist die n├Ąchste Haltestelle in Oker oder Schulenberg. Wir entscheiden uns nach Schulenberg weiterzuwandern. Ben m├Âchte die Oktertalsperre sehen und in Schulenberg gibt es letztendlich eine Busverbindung, die uns nach Goslar bringen w├╝rde. Okay, gebongt.

Die Okertalsperre

Die Okertalsperre ist leicht erreicht, weil wir nur der Hauptstra├če folgen m├╝ssen. Dort angekommen, blicken wir ├╝ber die Talsperre auf den Stausee. Zurzeit herrscht hier Niedrigwasser und es ist nur schwer zu erkennen, das sie mit einer durchschnittlichen Wasseroberfl├Ąche von mehr als zwei Quadratkilometern eine der gr├Â├čten Talsperren im Harz ist.

Okertalsperre

Neben ihrer Gr├Â├če weist auch die Staumauer eine seltene Baukombination auf: Sie ist sowohl eine Bogen- als auch eine Gewichtsmauer.

Der im Untergrund anstehende Tonschiefer wurde mit Beton verst├Ąrkt. Teilweise ist der Tonschiefer durch granitische Gesteinsschmelzen des nahen Okerplutons in Hornfelse umgewandelt und weist daher bereits eine Verh├Ąrtung aus. Diese Eigenschaft des Gesteins machte man sich f├╝r den unteren Bereich f├╝r den Bau der Staumauer zu nutze. Denn hier wirken die Kr├Ąfte nicht auf die Mauer selbst, sondern werden auf den betonverst├Ąrken Tonschiefer bzw. Hornfels ├╝bertragen.

Okertalsperre

Dagegen wirken im oberen Bereich die Kr├Ąfte des Stausees nicht auf das anstehenden Gestein im Untergrund (hier Grauwacken) ├╝bertragen, sondern direkt auf die Staumauer.

Diese besondere Art der Kr├Ąfteverteilung und -├╝bertragung auf einer Staumauer kommt nur sehr selten vor und ist abh├Ąngig von ihrem geologischen Untergrund.

Die letzten Schritte fernwandern …

Nachdem wir die Staumauer besichtigt haben, geht es von hier aus direkt auf die gegen├╝berliegende Seite der Stra├če und auf eine Pfad in den Wald hinein. Hier befinden wir uns auf dem Europ├Ąischen Fernwanderweg E6. Dieser f├╝hrt von Kilpisj├Ąrvi im Nordwesten von Finnland bis zu den Dardanellen in der T├╝rkei. Die Wandermarkierung ist ein wei├čen X mit der Aufschrift E6 auf schwarzen Hintergrund.

Fernwanderweg E6

Der Fernwanderweg f├╝hrt uns durch einen Waldabschnitt. Diesen m├╝ssen wir aber wieder nach 1 km verlassen, weil uns ein kleiner Pfad wieder zur├╝ck zur Stra├če f├╝hrt, da dieser Weg uns direkt nach Schulenberg f├╝hrt.

Bei der Stra├če anbekommen, gehen wir ├╝ber die Bramkebr├╝cke und 100 m weiter ├╝ber eine weitere kleinere Br├╝cke. Ab hier folgen wir einen Pfad, der uns direkt nach Schulenberg f├╝hrt. Ein weiterer Weg im Schlangenverlauf f├╝hrt uns schlie├člich auf die Wiesenbergstra├če.

Hier folgen ihren Verlauf nach S├╝den und kommen an einem Wohnmobilstellplatz vorbei. Hier blicken wir ein letztes Mal auf die Okertalsperre.

Okertalsperre

In der Nahe des Wohnmobilstellplatzes finden wir die gesuchte Bushaltestelle vor. Zwei Jugendliche stehen bereits in der N├Ąhe der Haltestelle und unterhalten sich. Hm, ob die auch auf dem Bus warten? Wir werden es sehen.

Es kommt kein Bus, stattdessen aber ein Taxi, das sich als Rufbus herausstellte, den die Jugendlichen gerufen haben. Zum Gl├╝ck sind noch zwei Pl├Ątze frei, so kommen wir ohne Probleme nach Goslar.

Die Wandertour ist damit beendet.

Mein Fazit

Eine sch├Âne und abwechslungsreiche Tour durch ein eher unbekannteres Tal im Harz. Hier geht man sowohl auf den Gipfel als auch im Tal und lernt nebenbei die einzige echte Insel im Harz kennen.

├ťber die Ausschilderung kann man sich nicht beklagen. Sie ist gut und f├╝hrt einen sicher durch das Oktertal.


Steckbrief: 16. HWN-Tour – Durch das Okertal

Karte

Die Wandertour wurde mit Hilfe von Komoot nachgezeichnet.

Anfahrt mit ├Âffentlichen Verkehrsmitteln

  • Zug: Regionalz├╝ge fahren nach Goslar
  • Bus: vom ZOB Goslar f├Ąhrt die Buslinie 810 nach Oker

Einkehrm├Âglichkeit

Aufgesuchte Stempelstellen


Quellen und lesenswerte Links

Hier findest du jede Menge Informationen ├╝ber das Okertal:


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STICHWORTE
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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern erm├Âglicht mir die Sch├Ânheit der Natur in ihrer vielf├Ąltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!