Titelbild Geocaching
Technik

Geocaching – Eine Einführung in die digitale Schatzsuche

Von
am
Juli 28, 2018

“Ich benutze milliardenteure Satellitentechnik um im Wald Tupperdosen zu suchen.”
– Geocacher-Spruch und sehr prägnante Beschreibung von “Geocaching”

Wer kennt das noch als Kind?! – Schnitzeljagd im Gelände, wo man anhand von verschiedenen Formen von Hinweisen einen Schatz gefunden hat. Geocaching ist der digitale Nachfolger der Schnitzeljagd.

Doch was ist Geocaching genau? Wie funktioniert es? Und was sucht man auf dieser digitalen Schnitzeljagd? Diese Fragen und noch viel mehr werde ich dir in diesem Beitrag beantworten.

Ein kurzer historischer Abriss

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Art des Geocaching in England erfunden. Damals wurde ein Behälter versteckt, der dann mit Kompass und Karte gefunden werden musste. Das Prinzip dieses Spiels sich mit Hilfe von Koordinaten zu Orientieren hat sich seither nicht grundlegend verändert. Es sind aber eine ganze Anzahl von Varianten hinzugekommen, die sich dank der technischen Entwicklung ergeben haben.

Das eigentliche Geburtsjahr des “Geocaching” war das Jahr 2000. Damals gab es ein US-Satellitennavigationssystem mit dem Namen “Global Positioning System”  – kurz “GPS” genannt. Dieses Navigationssystem empfängt Satellitensignale und berechnet daraus die aktuelle Position des Signals.

Geocaching Aufkleber

Dies wurde ursprünglich für Militärzwecke entwickelt, doch im Mai im Jahre 2000 kündigte der amerikanische US-Präsident Bill Clinton an, dass die Funktion, die als “Selektive Verfügbarkeit” bezeichnete Verschlüsselung der GPS-Satellitensignale abgeschaltet werden würde. Damit wurde die Basis für das Geocaching geschaffen. Nun war es möglich das GPS mit Hilfe von GPS-Geräte auch im privaten Bereich zu nutzen.

Der Amerikaner Dave Ulmer versteckte als Erster einen “Schatz” (engl. “Cache”), den man mit Hilfe der GPS-Koordinaten suchen und finden konnte. Man folgt also nicht mehr Hinweisen wie bei einer Schnitzeljagd (z. B. Holstückchen oder Papierschnipsel), sondern mit Hilfe eines GPS-Gerätes lässt man sich die genaue Postion des “Caches” anzeigen. Damit war die Idee zum Geocaching geboren.

Das Wort “Geocaching” besteht aus dem griechischen Wort “Geo” für “Erde” und dem englischen Wort “Caching”, das eine Ableitung des Wortes “Cache” für “Schatz” oder “geheimes Lager” ist.

Wie funktioniert Geocaching?

Das Geocaching ist eine moderne Schnitzeljagd, die auf eine US-Satellitennavigationstechnnologie basiert.

Mit Hilfe eines GPS-Gerätes ist es möglich die genaue Position auf der Erde zu bestimmen. Hierbei werden laufend die Position und Uhrzeit der Satelliten als codierte Radiosignale zur Erde gesendet. Ein Empfänger – z.B. ein GPS-Gerät – empfängt diese Signale und berechnet daraus seine Position auf der Erde.

Hierbei gilt die Regel, je mehr Satellitensignale empfangen werden können, desto genauer und zuverlässiger kann die Position des Benutzers bestimmt werden.

Smartphone Geocaching

Im Internet werden diese GPS-Koordinaten für einen “Schatz” veröffentlicht und können mit Hilfe eines GPS-Gerätes empfangen und gesucht werden.

Ein GPS-Empfänger ist mittlerweile in auch fast jedem Smartphone vorhanden. Deren Standortgenauigkeit liegt zwischen 5 und 15 m. Diese Genauigkeit reicht vollkommen aus, um das Geocaching erfolgreich spielen zu können.

Was brauche ich zm Geocaching?

Na, jetzt Lust bekommen, einmal Geocaching auszuprobieren?

Der erste Schritt ist sich bei www.geocaching.com einen Account anzulegen. Dort legt man sich einen Geocacher-Name und ein Passwort zu. Hierzu gibt es zwei Arten von Mitgliedschaften: die kostenlose Basismitgliedschaft und die Premium-Mitgliedschaft, die im Jahr 30,00 Euro (Stand 2018) kostet.

Hat man sich für eine Mitgliedschaft-Art entschieden und angemeldet, kann es schon mit dem Geocaching losgehen. Hierzu braucht man noch ein GPS-Gerät, worauf man die Koordinaten der einzelnen Geocaches hochladen kann.

Das eigene Smartphone kann man auch als GPS-Empfänger – sofern diese Funktion vorhanden ist – nutzen. Hierzu sollte man dann die offizielle Geocaching-App Geocaching®, oder alternativ dazu die App c:geo installieren. Dann nur noch mit seinem Geocacher-Namen anmelden, einige Caches aus seiner Umgebung heraussuchen und die Schatzsuche kann losgehen.

Hast du eine Dose erfolgreich gefunden, vergiss dann nicht deinen Geocacher-Namen in das dort vorhandene Logbuch einzutragen; denn damit beweist du, dass diese Dose wirklich gefunden hast. Auf der Geocaching-Webseite solltest du ebenfalls deinen Fund dokumentieren (“loggen”).

Aber schmücke dort deinen Log etwas aus. Erzähle etwas Lustiges oder Spannendes über deinen Fund. Aber eine Sache solltest du nie erzählen – wo genau du die Dose gefunden hast.

Was ist ein “Geocache”?

Der “Schatz”, wonach ein Geocacher vorwiegend sucht, ist ein (möglichst) wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch und auch oft Tauschgegenstände befinden. Diese Behältnisse werden auch kurz als “Caches” oder im deutschprachigen Raum als “Dosen” bezeichnet.

Es gib eine ganze Reihe von Cache-Arten. Hier sollen aber nur die häufigsten Arten kurz erläutert werden:

  • Traditional Cache

Wird im deutschsprachigen Raum auch kurz “Tradi” genannt. Es ist der häufigste Cachetyp. Hierbei werden die Koordinaten des Verstecks im Internet veröffentlicht. So kann man ohne Umwege den Cache suchen und (hoffentlich) auch finden.

  • Multi-Cache

Der Multi-Cache besteht aus mehreren “Stationen” (engl. “Stages”) sind die Koordinaten des Versteckes (engl. “Final”) zu Beginn der Suche nicht bekannt. Man muss sie sich erst durch das Finden verschiedener Stationen “erarbeiten”. Der Multi-Cache entspricht am ehesten der klassischen Schnitzeljagd, wie sie die meisten Leute noch aus der Kindheit kennen.

  • Mystery Cache

Das deutsche Wort für den Mystery-Cache ist “Rätselcache”, wobei sich aber das englische Wort “Mystery” im  deutschsprachigen Raum mehr durchgesetzt hat. Bei diesem Cache muß man vorab ein Rätsel lösen. Diese Rätsel können sehr unterschiedlich sein – als der passender Cache für Rätselknacker.

  • Earth-Cache

Ein Earth-Cache besitzt keine Dose und somit auch kein Logbuch. Es handelt sich hierbei um einen “virtuellen Cache” (engl. “Virtual Cache”). Dabei ist es wichtig die vorgegeben Koordinaten aufzusuchen.

Geocache Earthcache

Bei einem Earth-Cache liegt der Fokus auf geologisch interessanten Orten, an denen man etwas über die Entstehung und den Aufbau der Erde, ihre Gesteinsformen und Gesteine erfahren kann. Hierbei muß man Fragen beantworten und diese an den Besitzer des Caches schicken um die Erlaubnis zum Loggen zu erhalten.

Ein wenig Fachsimpeln

Geocaching ist nicht nur ein Spiel, sondern es scheint auch eine Welt für sich zu sein, wo nur einige den Zugang dazu haben. Dieser Eindruck liegt aber oft einfach nur am Fachjargon, die Geocacher ab und an im Austausch untereinander verwenden und es nahezu wie eine Wissenschaft aussehen lassen.

Daher hier eine kleine Auswahl um nicht als “Muggel” (dieses Wort wird auch erklärt) aufzufallen.

  • Listing

Das “Listing” ist eine Beschreibung, die zu jedem Cache – mal kurz oder lang – vorhanden ist. Entweder wird die nahe Umgebung des Verstecks beschrieben oder etwas über den Cache erzählt. Auch Gedichte, Historische Fakten oder Fantasiegeschichten werden erzählt. Hier gibt es keine Grenzen.

  • Dose

Das deutsche Wort für “Cache”. Bei deutschsprachigen Geocachern wird es synonym zu “Geocache” oder “Cache” verwendet.

  • GC

Abkürzung für “Geocaching” oder “Geocacher”. Diese Abkürzung wird eher im schriflichen Sprachgebrauch z.B. im Logeintrag oder in einer Cache-Beschreibung verwendet.

  • Loggen

Die Tätigkeit, wenn man sich in einem Logbuch einträgt. In der Vergangenheitsform wird auch von “geloggt” (z.B. “Ich habe geloggt”) gesprochen.

  • Logbuch

In der Regel gehört zu jedem Geocache ein Logbuch, in das sich der Finder einträgt. Hier trägt man immer seinen Namen und das Datum des Fundes ein. Bei einigen Logbücher ist auch Platz für die Uhrzeit und weitere Bemerkungen vorhanden.

Logbuch

  • Muggel

Das Wort stammt aus den Harry-Potter-Romanen von J. K. Rowling, worin Nicht-Zauberer als “Muggel” bezeichnet werden. Äquivalent dazu werden Nicht-Cacher als Muggel bezeichnet. Ein “gemuggelter” Cache ist ein Geocache, der von Nicht-Geocachern zufällig gefunden und entfernt wurde.

  • Owner (deutsch “Besitzer”)

Der Owner ist der Besitzer des Geocaches, Geocoins, Woodcoins oder Travelbug. Er kümmert sich um die Beschreibung des Caches, das Legen der Geocaches in sein Versteck und die Pflege und Wartung der Dose.

  • Travelbug (auch kurz: TB)

Ein Travelbug (deutsch: “Reisewanze”) ist ein Metall-Anhänger mit einer eingestanzten oder aufgedruckten Nummer, den man an Gegenständen befestigen kann. Oft haben diese Travelbug ein bestimmtes Ziel oder möchten bestimmte Orte auf der Welt “bereisen”.

Geocaching Travelbug

  • Geocoin / Coin

Ein Geocoin ist die Münzvariante eines Travelbugs. Auch sie reisen von Cache zu Cache. Es gibt sie nicht nur in Metall, sondern auch aus Holz – sogenannte “Woodcoins”.

Einige Geocoins werden nur zu bestimmten Veranstaltungen oder Events produziert. Viele Geocoins – egal ob aus Metall oder Holz – haben sich zu begehrten Sammlerobjekten entwickelt.

Woodcoin Geocoin

  • Groundspeak Headquarters / Groundspeak HQ

Die Firma Groundspeak, Inc. ist das Hauptquartier (engl.: “Headquarter” oder kurz: “HQ”) und Betreiber der Webseite geocaching.com. Ihr Sitz liegt in Seattle / USA. Das Maskottchen der Firma ist Signal, the Frog (“Signal, der Frosch”).

  • Souvenir

Souvenirs sind eine Auszeichnung von Groudspeak für das Erreichen eines bestimmten Ziels (ähnlich wie bei Pfadfindern). Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Souvenirs.

Die permanenten, zeitlich unbegrenzten Souvenirs werden meist bei dem Besuch einer bestimmten geographischen Position verliehen (z.B. die Länder Souvenirs – hier in Deutschland kann man z.B. gemäß den 16 Bundesländer, 16 Länder-Souvenirs verdienen).

Die zweite Art von Souvenirs sind spezielle Souvenirs, die normalerweise in einem definierten Zeitraum beim Log eines bestimmten Cache-Typs verliehen werden. Hier sind es z.B. International Geocaching Day, oder CITO-WEEK.

Für gesellige Geocacher…

Für Geocacher, die gerne mal andere Geocacher kennenlernen möchten, sind Events, Mega-Events und Giga-Events zu empfehlen.

Darunter sind Veranstaltungen zu verstehen, wo sich Geocacher treffen und sich über ihr liebstes Hobby austauschen können.

Hierbei sollte man sich im Vorfeld für ein Treffen bei der Geocaching-Webseite anmelden. Die Koordinaten des Event-Caches zeigen den Treffpunkt an.

Geocacher Event

Wer große Menschenmassen nicht scheut (und einfach mal wissen möchte, wie viele Leute es doch gibt, die tatsächlich nach Tubberdosen im Wald suchen) ist bei MEGA- und GIGA-Events gut aufgehoben.

Für große Events mit mehr als 500 Teilnehmern (und Voranmeldungen) wird von einem MEGA-Event gesprochen. Ein GIGA-Event ist eine Erweiterung des Mega-Events, wo mehr als 5000 Teilnehmer das Event besuchen.

Für alle, die beim Event auch etwas gutes für die Natur tun möchten, sind die Cache-in-Trash-Out-Events (kurz: CITO) empfohlen.

CITO-Event Geocaching

Bei diesem Event wird Müll aus einem vorher festgelegten Geländebereich geräumt. Bisher wurde traditionell wird sogar zweimal im Jahr  – im Frühjahr und im Herbst – vom Geocaching Headquarters eine ganze CITO-Woche veranstaltet. Doch seit 2019 gibt es eine neue Regelung und aus den CITO-Wochen wurde eine mehrwöchige CITO-Saison.

Ein letzter Hinweis zum Geocaching

Geocaching ist ein Spiel, das draußen in der Natur stattfindet. Daher sei vorsichtig, wenn du dich draußen bewegst. Kein Geocache lohnt sich dafür sein Leben aufs Spiel zu setzen.

Wenn du mal eine Dose nicht findest, ist es auch kein Weltuntergang. Die Erfahrung schult das Auge für die Verstecke und letztendlich ist es nur ein Spiel. Bitte denke immer daran – und jetzt viel Spaß beim Dosen suchen.

“Bis bald im Wald”
– gängiger Abschiedsgruss bei Geocachern


Quellen und lesenswerte Links

Du willst tiefer in die digitale Schatzsuche eintauchen? Dann schaue doch bei den folgenden Links vorbei:

Bist du Geocacher?! Welche interessanten Dosen hast du bisher gefunden? Was fasziniert dich an dieser digitalen Schatzsuche? Hinterlasse hier ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.

STICHWORTE

HINTERLASSE EIN KOMMENTAR

Ich akzeptiere die Datenschutzbedinungen

Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfältigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

Mein Senf

Die Eisheiligen scheinen endgültig vorbei zu sein. Dennoch – das Wetter ist tückisch…

Lohnt es sich rauszugehen?