„Das Ei ist die vollkommenste Form der Natur“
© William Harvey (1578–1657), englischer Arzt und Naturforscher
Bald steht Ostern vor der Tür – und welcher Auftakt könnte passender für die neue Blogartikelreihe „Das besondere Geotop“ sein als ein Beitrag über das „Brohmer Ei“?
Was ist das„Brohmer Ei”?
Laut dem offiziellen Erfassungsbeleg zu Geotopen in Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich beim das Brohmer Ei um einen mittekörniger Sandstein, der etwa 1,8 Meter lang, 1,2 Meter breit und eine Höhe von einem Meter aufweist.
Wo kommt das „Brohmer Ei” her?
Das Brohmer Ei stammt vermutlich aus dem Rhät-Lias (etwa 190 bis 220 Millionen Jahre alt) und wurde von eiszeitlichen Gletschern entweder aus Schonen (Südschweden) oder von der dänischen Insel Bornholm nach Mecklenburg-Vorpommern transportiert.
Allerdings wurde das Ei nicht mit Hilfe des Eises bis Neubrandenburg transportiert, sondern seine ursprüngliche Lage war im Gutspark von Brohm bei Friedland, wo das Ei bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts lag – und so auch seinen Namen bekam.
In der DDR-Zeit wurde der Findling auf Veranlassung des damaligen Leiter des Bezirksmuseums Neunbrandenburgs, Paul Schuhmacher, in die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg gebracht, wo es bis heute liegt.
Wo finde ich das „Brohmer Ei”
Das Brohmer Ei ist bislang weder ausgeschildert noch vor Ort näher erläutert. Wer es finden möchte, muss ein wenig suchen: Es liegt in Neubrandenburg, etwas verborgen in der Potanusstraße, eingebettet in ein flaches, mit Gesteinen ausgelegtes Hochbeet direkt neben dem ehemaligen Franziskanerkloster. Es ist jederzeit zugänglich.
Ich und das „Brohmer Ei” – eine Anekdote
Dem Brohmer Ei bin ich tatsächlich nur per Zufall begegnet – und zwar dank meinem Hobby „Geocaching”. Denn ein Earthcache hat mich zu diesem besonderen Ei geführt, wo ich einige Fragen beantworten muss, damit ich diesen Cache loggen darf.
Hier findest du Infos über Geocaching: Geocaching – Eine Einführung in die digitale Schatzsuche –
Literatur
Tatsächlich existiert nur wenig Literatur über das Brohmer Ei. Einige Quellen konnte ich direkt aus dem Internet beziehen:
Zudem gibt es aber wohl auch in Printform einige Berichte über das Ei, die allerdings nicht digital verfügbar sind. Hier zählen:
- Helmut Borth: Ach, du dickes Ei! Kein Findling, sondern ein verschlepptes Bodendenkmal. In: Vier Tore Blitz am Sonntag. Mecklenburger Blitz Verlag, Neubrandenburg, 6. April 2014, S. 13.
- Wilhelm Thedwig von Oertzen: Wie aus einem heidnischen Opferstein ein „Brohmer Ei“ wurde. In: Oertzen-Blätter. Nachrichten für die Mitglieder des Geschlechts von Oertzen. Bd. 49, Hamburg 2006, S. 32–33.
Hast du das Brohmer Ei bereits besucht? Kennst du noch andere eierförmige Geotope? Welche Geotope mit besonderen Formen kennst du?
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