ProAlpenPlan
Umwelt-/Naturschutz

#Bloggerproalpenplan – Ich bin dabei! (2018 Update!!!)

Von
am
November 26, 2017

“Emp├Ârt Euch! Denn diese Welt sie geh├Ârt euch!”
(aus dem Lied: “Emp├Ârt Euch”)
– Rainer von Vielen, Bastard-Pop-Band aus Kempten

Seit 45 Jahren bewahrt der Alpenplan den bayerischen Alpenraum vor einer gesamtwirtschaftlichen Nutzung. Doch am 9. November 2017 entschied die bayerische Landesregierung, dass beim Alpenplan in seiner bisherigen Wirkung eine gravierende Änderung vorgenommen wird.

Jetzt sind die Weichen gestellt auf bisher gesch├╝tzte Gebiete Skischaukeln, Ski-Lifte u.├Ą. zu bauen. Das darf nicht sein!!!

Wirtschaftliche Interessen d├╝rfen nicht ├╝ber die Bewahrung eines einzigartigen Naturraumes stehen.

Buuuuh!!!! Daumen runter!!!

Wir Outdoorblogger sind emp├Ârt!!!

Und wie!!!

Aktuell zur Debatte steht die Planung und der Bau einer Skischaukel am 1.787 m hohen “Riedberger Horn” (Allg├Ąuer Alpen).

Ich habe bereits kurz meinen Unmut bei Twitter (hier) und auch auf meinen beiden Facebook-Accounts hier und hier angedeutet.

Jetzt aber nochmal in aller Ausf├╝hrlichkeit.

Was ist der Alpenplan?

In den 1950er- und 1960er-Jahren herrschte in den bayerischen Berggebieten ein regelrechter Hype, was das Erschlie├čen von Bergbahnen und Skliften betraf. Um diesen massiven Eingriffe entgegen zu wirken, reagierte die Landesstelle f├╝r Naturschutz in M├╝nchen mit der Unterst├╝tzung des Alpenvereins mit der Erstellung des sogenannten “Alpenplans”.

Sein Ziel war (und ist es immer noch) die Landschaft und die alpine Natur der Bayerischen Alpen zu sch├╝tzen – und zwar gegen regionale Interessen und Eingriffen, die es zerst├Âren k├Ânnen.

Der Alpenplan unterteilt den bayerischen Alpenraum in drei Bereiche – auch “Zonen” genannt:

  • Zone A (Erschlie├čungszone):┬áDer Bau von Seilbahnen oder Stra├čen ist landesplanerisch grunds├Ątzlich unbedenklich
  • Zone B (├ťbergangszone): Bauvorhaben sind nur unbedenklich sind, wenn diese im Einzelfall im Hinblick auf landesplanerische Vorgaben gepr├╝ft wurden.
  • Zone C (Ruhezone): Bauvorhaben sind unzul├Ąssig, Ausnahmen sind nur Alm- und Forstwege

Dank Zone C ist der absolute Schutz der einzigartigen bayrischen Bergwelt gesichert und somit ein naturnaher Tourismus gew├Ąhrleistet.

Vor Inkrafttreten des Alpenplans waren viele Bergbahnen in Zone C geplant, die nach 1972 (zum Gl├╝ck!) nicht gebaut wurden. Darunter fallen Bau-Projekte an bekannten Gipfeln wie “Watzmann”, “Geigelstein”, “Alspitze” oder “Innzeller Kienberg”.

Doch dank des Alpenplans sind diese C-Zonen bisher von diesen Bauvorhaben verschont geblieben und haben sich stattdessen zu bedeutende Schutzr├Ąume f├╝r Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.

Auch der aktuell zur Debatte┬á liegende Gipfel “Riedberger Horn” liegt in einer C-Zone. Also Ruhezone. Ein NO-GO f├╝r Skipisten und -schaukeln, – eigentlich, doch seit dem 9. November 2017 ist das anders…

Die Entscheidung der Landesregierung

Bei einer aktuellen repr├Ąsentativen Umfrage des Emnid-Institut hat sich sogar 91% der bayerischen Bev├Âlkerung gegen die Aufweichung des Alpenplans ausgesprochen.

Zudem wurde 2013 die G├╝ltigkeit des Alpenplans von der Bayerischen Staatsregierung und des Bayerischen Landtages nochmals eindr├╝cklich best├Ątigt.

Doch nun hat sich die bayerische Landesregierung (CSU) am 9. November 2017 f├╝r eine Aufweichung des Alpenplanes ausgesprochen – und dabei hat sich die gleiche Partei vor ├╝ber 40 Jahren f├╝r die Erschaffung des Alpenplans eingesetzt.

Wirtschaftliche Einzelinteressen stehen jetzt ├╝ber den Mehrheit der Bev├Âlkerung den Alpenplan┬á in seiner derzeitigen Form zu erhalten.

Kopfsch├╝tteln meinerseits.

Und nicht nur bei mir.

Aufweichung Alpenplan: Pro und Kontra

Hier eine Auswahl, wie Naturschutzb├Ąnde, Outdoorblogger und der Alpenverein gegen die Entscheidung (mit vollem Recht!!!) der CSU argumentieren:

  • Seitens der Politik bringt der Bau einer Ski-Piste mehr Touristen und dadurch mehr Arbeitspl├Ątze. Aber das Gebiet um das Riedberger ist bereits touristisch sehr gut erschlossen, eine Skischaukel w├Ąre ├╝berfl├╝ssig.
  • Laut der CSU werden als Ersatz f├╝r den Bau der Skischaukel auf dem Riedberger Horn neue Naturschutzgebiete erschlossen. Die aber bereits vorgestellten Ausgleichsfl├Ąchen sind bereits Naturschutzgebiete. Hier wird also nichts neues erschlossen. Ups!
  • Gleiches Recht f├╝r alle: wird in einer C-Zone eine “Ausnahme” gemacht, kann es leicht zu weiteren “Ausnahmen” kommen, doch der Alpenplan funktioniert nur in seiner Gesamtheit, nicht als Flickenteppich! C-Zonen sollen frei von jeglichen Bauma├čnahmen bleiben.
  • Um das Riedberger Horn liegt eines der wichtigsten Ruhe-Gebiete f├╝r das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn (Lyrurus tetrix). Das Gebiet sollte daher weiter unber├╝hrt bleiben, damit der Birkhuhn-Bestand weiterhin erhalten bleibt.
  • In den letzten Jahrzehnten wurde ein best├Ąndiger R├╝ckgang der Schneefallgrenze beobachtet. Auch neue Skilifte k├Ânnen nicht zu mehr Schnee verhelfen. Hier sind Alternativen zum Ski-und dem allgemeinen Winter-Tourismus gefragt. Klimawandel ist real. Auch in den Alpen!
  • Und zu guter Letzt – Geologie: Das Riedberger Horn besteht aus Flysch: ein Gesteinsabfolge aus Ton, Mergel und Sandsteinen. Dieses Material ist kaum verwitterungsresistent und neigt daher leicht zu rutschen und ist daher absolut nicht als Fundament f├╝r den Bau einer Skipiste geeignet. Auch das Landesamt f├╝r Umwelt und die Technische Universit├Ąt M├╝nchen haben die H├Ąnge am Riedberger Horn mit der h├Âchsten Gef├Ąhrdungskategorie eingestuft. Noch Fragen?!

Allein die Gegen├╝berstellung der wenigen Pro- und vielen Kontra-Argumente gegen die Aufweichung des Alpenplanes zeigen, das die Politik sich falsch entschieden und zumal deren (wenige) Argumentationen nicht gerade ├╝berzeugend wirken.

Mein Fazit

Als Wanderin und Besucher habe ich bisher die Schweizer Alpen, die Julischen Alpen und das Karwendelgebirge sch├Ątzen und lieben gelernt. Hier kann man eine einzigartige Natur beobachten, das es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Enzian und Edelweiss. Luchs und Alpenbock. Und letztendlich die Berge. Wander-Herz, was willst du mehr?

Damit auch zuk├╝nftige Generationen die Alpen genie├čen k├Ânnen, ist es wichtig, dass der Alpenplan in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Er soll nicht ein Opfer aufgrund einzelner wirtschaftlicher Interessen werden. Statt auf neue Skianlagen zu setzen, sollten eher Alternativen zum Winter-Tourismus gesucht und gef├Ârdert werden.

Ich unterst├╝tze daher als Wander-Geo-Natur-Bloggerin (www.ramblingrocks.de) und Geb├Ąrdensprachperformerin (ZweiSchuhFilm) die Aktionen Hashtag #BloggerProAlpenplan und #Alpenplan vom ganzen Herzen.

Was ist jetzt zu tun?

JEDER kann etwas f├╝r die Kampagne Pro-Alpenplan tun und das ist dazu ziemlich einfach.

  • Teilen! Teilen! Teilen!

Ein wundersch├Ânes Video von www.ulligunde.com und anderen Bloggern zeigt, wie wichtig der Alpenplan ist. Anschauen und auf allen Social-Media-Kan├Ąlen teilen, was das Zeug h├Ąlt!

  • Schreibe ├╝ber deinen Unmut! (Teilen nicht vergessen!)

Du bist Blogger und liebst die Natur?

Prima! Dann hau’ in die Tasten und lasse der Welt deinen Unmut ├╝ber die Entscheidung der bayerischen Landesregierung freien Lauf.

Schreibe einen Beitrag ├╝ber den Alpenplan. Schreibe dar├╝ber, das dir diese Enscheidung ganz und gar nicht egal ist. Das es dir stinkt! Das du w├╝tend bist!

F├╝ge dabei das Video (s.o.) zu deinem Beitrag hinzu und teile deine Worte. Animiere andere dazu auch mitzumachen.

Je mehr Personen sich ├╝ber diese Sache ├Ąu├čern, desto weniger kann es ignoriert werden.

Hier findest f├╝r deine Schreib-Muse einige Statements.

  • Unterschreibe die Petition!

Wenn du kein Blogger bist oder Texte verfasssen nicht so dein Ding ist, kannst du mit deiner Unterschrift auch etwas bewirken. Einfach auf den Link klicken und unterzeichnen.

LINK ZUR PETITION

  • Meide neue erschlossene Urlaubsgebiete!

Eine andere einfach Form, den Pro-Alpenplan zu unterst├╝tzen ist es, einfach dort KEIN Urlaub zu machen, wo der Alpenplan au├čer Kraft getreten wurde.

Hier im aktuellen Fall “Riedberger Horn”: Einfach die Orte “Balderschwang” und “Obermaiselstein” als zuk├╝nftige Urlaubsorte meiden. Denn wenn man diese Orte als Urlauber besucht, wird den dortigen Investoren best├Ątigt, das es eine gute Idee war.

Das es nat├╝rlich NICHT ist!!!

Ein letztes Wort an dich als Leser

Mach mit!!!

Danke

Deine Zoe

Update – 6. April 2018 !!!!

Eine gute Nachricht: Die Skischaukel wird NICHT am Riedberger Horn gebaut. Juhuuu!!!

Warum nun der Bayerische Landtag dies beschlossen hat, k├Ânnt ihr hier im Artikel der SZ lesen:

Und zu diesem Artikel gibt es ein Kommentar von Katja Auer:

Was meinst du dazu?

Quellen und weiterf├╝hrende Links

Wichtige Informationen, Blogbeitr├Ąge und Stellungsnahmen zum Thema “Riedberger Horn” und “#Bloggerproalpenplan” findest du hier:


Du willst zu der Aktion #Bloogerproalpenplan etwas loswerden? Dann hinterlasse ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.
STICHWORTE
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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern erm├Âglicht mir die Sch├Ânheit der Natur in ihrer vielf├Ąltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!