Gesteine

Findlingsgärten in Mecklenburg-Vorpommern

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am
14. September 2019

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu Bundesländern in Deutschland, wo man heute noch viele Spuren der ehemaligen Eiszeiten sehen und entdecken kann. Sei es durch Gesteine wie Findlinge oder Geschiebe oder typische glaziale Landschaftsbildungen wie Oser oder Endmoränen. Zumal genießen alle diese glazialen Bildungen in diesem Bundeslag einen besonderen Schutz.

Doch ein Schutz allein nützt nicht viel, wenn man nicht kennt, was man schützen sollte. Findlingsgärten haben sich daher zur Aufgabe gemacht, als eine besondere Form eines Freilichtsmuseum den Besucher über Findlinge zu informieren und Interesse an diese besonderen Gesteine zu wecken.

Laut dem Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) befinden sich 32 Findlingsgärten und Findlingslehrpfade in Mecklenburg-Vorpommern (Stand 2008).

Ich habe bisher 5 Findlingsgärten in Mecklenburg-Vorpommern besucht und stelle sie dir hier kurz vor:

Findlingsgarten gegenüber Schleifmühle / Schwerin

Dieser Findlingsgarten befindet sich quasi vor meiner Haustür, denn ich brauche nur 20 Minuten zu Fuß um ihm ein Besuch abzustatten. Es ist ein kleiner, aber feiner Findlingsgarten, der gegenüber der Schleifmühle am Südostende des Schweriner Schlossgartens angelegt wurde.

Die Idee zum Findlingsgarten kam auf, als bei der der Erschließung des Baugebiets „Neue Gartenstadt“ ein riesiger Findling entdeckt wurde. Dieser wurde vor 16 000 Jahren durch Gletscher dort abgelagert. Laut Messungen beträgt er 4,5 m * 3,6 m * 1,8 m. Er hat zudem ein Umfang von 12 Metern, sowie ein Gewicht von etwa 38 Tonnen.

Diese Fakten machen diesen grauen Granodiorit zum bisher größten gefunden Findling im Schweriner Stadtgebiet. Aufgrund dieser Größe ist er auch als Geotop ausgewiesen und daher ein geschütztes Relikt der glazialen Erdgeschichte.

Neben den massigen Granodiorit findet man auch andere große Findlinge vor, die direkt neben dem Fußweg am “Schleifmühelnweg” aufgestellt wurden. Eine kleine Metall-Tafel neben jeden Findling informiert den Besucher über den Gesteinsnamen, Alter und Herkunftsland. Eine Karte mit dem jeweiligen Herkunfstort ist ebenfalls abgebildet.

Ich finde es gut, das ein kleiner Teil der Gesteinsoberfläche bei jedem Findling poliert wurde. So kann man gut die verschiedenen mineralischen Komponenten von dem Gestein erkennen und bestimmen.

Fazit

Wer spontan etwas über typische Geschiebe im Schwerin und Umgebung erfahren möchte, sollte diesen kleinen Findlingsgarten besuchen. Man kann ihn prima mit einem Besuch der Schleifmühle oder mit einem kleinen Spaziergang durch den Schlossgarten kombinieren .

Anfahrt

Mit dem Bus 14 Richtung Jugendherberge kann man den Findlingsgarten prima erreichen. Er liegt direkt an der Haltestelle “Schleifmühle”.

Findlingslehrpfad Crivitz / Crivitz

Statt einem “Garten” hat man es hier mit einem Findlingslehrpfad zu tun. Er wurden am Nordostufer entlang der Promenade des Critizers Sees angelegt. Er wurde 2000 eröffnet und beinhaltet 52 Findlinge.

Am Südeingang zeigt ein Schild die einstige eiszeitliche Bedeckung im Gebiet auf. Zu jedem Findling wurde eine Metallplatte auf einem Gestein hinzugestellt, die jeweils die Findlinge mit einer Nummern versehen sind und über den Gesteinstyp und Herkunfstort informieren.

Fazit

Wer die kleine Stadt Crivitz erkundet, sollte ruhig den Findlingsgarten in sein Programm aufnehmen. Hier lässt sich der Lehrpfad mit einem gemütlichen Spaziergang am Crivitzer See sehr gut kombinieren. Am Nordende des Lerhpfades kann man dann versuchen die Gesteine des “Findlingshaufen” zu bestimmen.

Anfahrt

Bushaltestelle “Am Krankenhaus”, aber ich empfehle den Zug zu nehmen und vom Bahnhof Crivitz direkt nach Norden in die Molkereistraße bis zum Ende gehen. Dann nach links in den “Rosenweg” abbiegen und diesen Weg bis zum Lehrpfad folgen. Dieser Uferpromenade-Weg führt an u.a. einem slawischen Burgwall vorbei und man erhält verschieden Ausblicke auf den Crivitzer See.

Findlingsgarten “Hinterste Mühle” / Neubrandenburg

Dieser Findlingsgarten war eher ein Zufallsfund. Ich befand mich auf einer Radtour von Neubrandenburg nach Burg Stargard, als ich beinahe daran vorbei fuhr. Natürlich machte ich hier ein Halt und es stellte sich als ein wahres Kleinod heraus.

Der Findlingsgarten befindet sich direkt am Westeingang des Tagebau “Hinterste Mühle”. 2001 wurden der Findlingsgarten im Rahmen des 125-jährigen Bestehens des noch aktiven Tagesbau eröffnet und präsentiert 31 Findlinge, die hier zu Tage befördert wurden.

Ein Besonderheit, die man hier im Findlingsgarten besichtigen kann, ist ein Doggergeschiebe (Mittleres Jura) mit einer Größe von etwa 2 m³. Dieses Gestein enthält zahlreiche Fossilien wie Schnecken und Muscheln. Dieses Sedimentgestein gilt als besondere Rarität, da sedimentäre Geschiebe nicht zu den häufigsten Geschiebe zählen.

Die hier aufgestellten 31 Findlingen haben jeweils ein Schild, das über den Gesteinstyp, sein Alter und die Herkunft informiert. Weitere 2 große Tafel informieren den Besucher über die Geschichte des Kiesabbau des Tagebau Hinterste Mühle.

Fazit

Eine schöner kleiner Findlingsgarten, der meiner Meinung nach mehr Aufmerksam verdient. Der Findlingsgarten liegt auf der Eiszeitroute im Lindetal zwischen Neubrandenburg und Burg Stargard und bietet sich wunderbar als Haltepunkt oder Pausenstopp einer Wander- oder Fahrradtour an.

Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittelhaltepunkte befinden sich leider nicht in der Nähe. Hier sind Fahrrad oder die eigenen Füsse gefragt.

Landschaftsgarten Brodaer Teiche / Neubrandenburg

Neben den Findlingsgarten “Hinterste Mühle” hat die Stadt Neubrandenburg einen weiteren Findlingsgarten zu bieten. Dieser liegt im Landschaftsgarten Brodaer Teiche, ein Landschaftsareal im Westen der Stadt. Ein Geotop, das fast 40 Hektar groß ist und zahlreiche Biotope aufweist.

Der Landschaftsgarten ist ein fast 40 Hektar großes Gebiet, das neben seiner eiszeitlichen Prägung mit parallel verlaufenden liegenden Rinnen mit eingelagerten Söllen und dazwischen liegenden dammartige Rücken, die steil in dieser Landschaft aufragen, auch zahlreiche Biotope aufweist.

Um den Findlingsgarten zu besuchen, muß man zum höchsten Punkt gehen. Neben den Panorama, das sich hier  vonNeubrandenburg bietet, liegt auch der Findlingsgarten, der im Jahr 2000 eröffnet wurde.

Der Findlingsgarten zeigt 46 Findlinge, die jeweils in Gruppen angeordnet sind. Die Findlinge sind mit jeweils einem runden blauen Punkt und mittig ist ein Schild aufgestellt worden, das über den Herkunftsort und Gesteinstyp informiert. Eine dazu abgebildete Karte von Nordeuropa zeigt zudem mit einem roten Punkt, wo sich der Herkunftsort des Gesteins befindet.

Neben den Findlingsgarten, führt ein Wanderweg auch an einen Schmetterlingsgarten, eine Obstwiese und ein Feldflorareservat vorbei.

Fazit

Ein riesiges Areal, in dem man einige Stunden verweilen kann. Hier kann sich nicht nur für Freund der Geologie an dem interessant aufgestellten Findlingsgarten erfreuen, sondern auch für Fauna- und Flora-interessierte können interessante Biotope erfahren und erleben.

Anfahrt

Bushaltestelle “An der B 192″ aussteigen. Der Eingang Landschaftsgarten Brodaer Teiche befindet sich auf der Nordseite der Neuendorfer Straße”.

Poeler Findlingsgarten / Kirchdorf (Insel Poel)

Der Poel Findlingsgarten ist der bisher einzigste Findlingsgarten, den ich auf einer Insel besucht habe. Zumal ist es auch der bisher einzigste, wo ich Eintritt bezahlen mußte. Für 2,50 € erhält man viel Geologe und Historie der Insel Poel, sowohl im Inselmuseum als auch im dazugehörigen Findlingsgarten.

Der Poeler Findlingsgarten zeigt typische Gesteine, die man an der Küste oder in den Feldern von Poel gefunden hatte. Drei Jahre hatte es allerdings gedauert, die einzelnen Gesteine zusammenzutragen, bis 2007 der Findlingsgarten eröffnet werden konnte. Der Findlingsgarten ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Ostseebad Insel Poel und des Museumsvereins Insel Poel e.V.

Das Konzept dieses Findlingsgarten ist es , das man hier Gesteine in Gruppen zusammengestellt hat, die bestimmte Eigenschaften gemeinsam haben.

Fazit

Die 2,50 Euro auszugeben schmerzt nicht, denn dafür hat man die Möglichkeit im Inselmuseum sich mit der Geschichte der Insel Poel vertraut zu machen als auch im Findlingsgarten zu besuchen. Wer etwas von der (Erd-)Geschichte der Insel erfahren möchte, sollte ein Besuch von etwa 30 – 45 Minuten in seinem Besuch auf der Insel Poel einplanen.

Anfahrt

Direkt am Museum hält der Bus an der Haltestelle “Möwenweg/Museum”. Wer mit dem Fahrrad kommt, hat die Möglichkeit direkt beim Eingang sein Fahrrad abzustellen.

Findlingsgarten Raben Steinfeld-Oberdorf / Raben Steinfeld

Das Beste kommt zu Schluss. Dieser Findlingsgarten ist meiner Meinung nach der Schönste von allen Findlingsgärten in Mecklenburg-Vorpommern (und darüber hinaus), die ich bisher besuchte.

Der Findlingsgarten Raben Steinfeld-Oberdorf stellt ganze 138 ausgewählte Findlinge der Region vor. Sie sind hier nach den vier Gesteinsgruppen – Plutonite, Metamorphite, Vulkanite und Sedimente – geordnet. 48 Plutonite wurden in einem Doppelkreis arrangiert, 29 Gangesteine und Vulkanite bilden ein Rechteck, um eine Steinbank wurde ein Mäander von 41 Metamorphiten gelegt und zu guter Letzt ist noch ein Dreieck mit Hilfe von 18 Sedimente gelegt worden. Bei jedem der Findlinge wurde kleine Edelstahlschilder aufgestellt, die jeweils Auskünfte über die Gesteinsart, Alter, Fundort und möglicher Herkunftsort geben.

Auch einige Leitgeschiebe sind ebenfalls im Findlingsgarten zu entdecken. Deren Hinweisschilder um eine Landkarte des Umrisses Skandinaviens erweitert, die den Herkunfsort des Leitgeschiebes mit einem roten Punkt kennzeichnen.

Alle hier ausgestellten Findlinge kommen aus dem Verbreitungsgebiet der ehemaligen Brandenburger/Frankfurter und Pommerschen Gletscher.

Fazit

Nicht nur besondere Gesteinsstücke, sondern auch ein didaktisch gut aufgearbeiteter Findlingsgarten. Mein absoluter Favorit meiner bisherigen besuchten Findlingsgärten. Zwar ist dieser schon 10 Jahre alt, aber man sieht das Alter nicht an. Am Tag des Geotops werden hier immer kostenlose Führungen angeboten.

Anfahrt

Mit dem Bus nach Raben-Steinfeld und an der Haltestelle “Raben-Steinfeld Oberdorf” aussteigen. Dann sind es knapp 200 Meter zu Fuß an der Leezer Straße entlang in Richtung Westen bis ein Schild auf den Findlingsgarten verweist.

Mit dem Fahrrad lässt sich der gut ausgeschilderte Findlingsgarten ebenfalls erreichen, nur der Endmoränenhügel kostet etwas Überwindung.


Quellen und lesenswerte Links

Wenn du mehr über die hier vorgestellten Findlingsgärten erfahren möchtest, klicke die folgenden Links an.


Hast du schon einmal einen Findlingsgarten besucht? Welchen hast du besucht? Was war das dortige Highlight? Hinterlasse hier ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.

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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfältigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

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