Minimalist Sammlung
Wandergedanken

Ich bin Sammler – und (trotzdem) Minimalist

Von
am
Januar 7, 2019

“Viele Menschen sammeln Kunstwerke um damit anzugeben.
Nur wenige sammeln sie, weil sie ihnen gefallen.”
Frank Dommenz (*1961), Malermeister und Illustrator

Heute ist der 7. Januar – der Tag des alten Gesteins.

Ein Tag, der vor allem in Amerika als “Old Rock Day” gefeiert wird.

Dieser “Feiertag” soll eine Möglichkeit sein, Gesteinen und Fossilien mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um so mehr ĂŒber diese faszinierenden Objekte zu erfahren. Man kann an diesem Tag auch ein Naturkundemuseum besuchen oder anfangen eine Sammlung von Fossilien oder Gesteinen anzulegen.

Ich nahm mir diesen Tag zum Anlass um darĂŒber zu erzĂ€hlen, wie ich als ĂŒberzeugte Minimalistin, gleichzeitig auch eine Sammlerin von Gesteinen und Fossilien sein kann.

Die Entdeckung meines Minimalismus

Minimalismus.

Das ist Lifestyle, Trend und Konsumkritik – und noch einiges mehr. Daher ist es auch nicht so einfach zu sagen, was Minimalismus genau ist. Fragt man 100 Minimalisten nach deren Definition von Minimalismus, wird man 100 verschiedene Antworten erhalten. Denn jeder von ihnen wird ein eigenes VerstĂ€ndnis von Minimalismus haben. So auch ich.

Ich bezeichne mich selbst seit knapp 3 Jahren als Minimalistin.

Der Auslöser, der mich zum Minimalisten gemacht hatte, war die Erkenntnis, dass ich einst beim Einkauf von CDs gemerkt habe, dass es mir nicht mehr um die GegenstĂ€nde an sich ging, sondern deren bloßen Besitz. Der Moment des Bezahlens machte mich glĂŒcklich, doch kaum war die CD bei mir zu Hause, war die Freude verflogen.

Der Zufall wollte es, dass ich zu dieser Zeit im Internet die ersten Artikel ĂŒber “Minimalismus” las. Ich konnte mich sofort mit der Lebensweise dieser Menschen identifizieren und ihre BeweggrĂŒnde verstehen. Immerhin machte ich Ă€hnliche Erfahrungen. FĂŒr mich war jedenfalls Minimalismus ein “Augenöffner”, der mein Leben verĂ€ndern sollte. So begann ich ab sofort minimalistischer zu leben.

Mein erster Schritt minimalistischer zu leben, war das Ausmisten von GegenstĂ€nden. Vieles, das ich frĂŒher besaß, leihe ich mir heutzutage aus. Denn ich sage mir, ich muss nicht alles mehr besitzen. Auch muß nicht alles immer neu sein, wenn es gebraucht auch noch gut ist.

Nur eine Sache blieb von meinem Minimalismus verschont – meine Fossilien und Gesteinssammlung.

Mein GlĂŒck vom Sammeln

Als Kind fand ich bei SpaziergÀngen und Wanderungen allerhand interessante GegenstÀnde, die ich mit nach Hause nahm. Neben Vogelfedern und SchneckenhÀusern, gehörten Gesteine und Fossilien zu den hÀufigsten Sammelobjekten.

Aufbewahrt habe ich diese Funde in runden Metalldosen und in Schuhschachteln, die ich noch heute besitze.

Durch mein Studium der Geologie-PalÀontologie kam dazu noch einiges an geowissenschaftlichen Material dazu. Hier fing ich auch an, aus meiner anfÀnglichen Ansammlung an Gesteinen und Fossilien eine ordentliche Sammlung zu erstellen.

Das heißt, ich katalogisierte meine Funde. Dazu gehörte es, das ich zu jedem Fund auf einem kleinen Zettel, das Funddatum, den Fundort und das gefundene Objekt (Gestein oder Fossil) – sofern ich es bestimmen konnte, notierte.

Ich bin recht stolz auf diese Sammlung; neben dem wissenschaftlichen Wert ruft sie auch schöne Erinnerungen an eine tolle Studentenzeit hervor.

Warum sollte ich mich also davon trennen?

Ich habe es nicht getan, weil ich fĂŒr mich den richtigen Minimalismus fĂŒr Sammler entdeckte.

Minimalismus vs. Sammeln?!

Ich bin laut meiner Lebensweise und Hobby folglich gleichzeitig Minimalist und Sammlerin.

Doch wie kann ich beides sein?

Darf ein Minimalist ĂŒberhaupt sammeln?

Ich sage, ja, natĂŒrlich darf ein Minimalist auch ein Sammler sein. Ich behaupte außerdem, dass Minimalisten sogar die besseren Sammler sind; denn Minimalisten sind mehr darauf bedacht, was sie sammeln.

Hierbei kann man auch von einem Sammeln sprechen, denn viele Sammler besitzen eher eine Ansammlung von GegenstÀnden, deren reiner Besitz nur wichtig ist, aber völlig ungefragt bleibt, ob es denn wirklich ihr Leben bereichert.

Man sollte sich also als Sammler fragen, ob man die Objekte seiner Sammlung nur wegen des Besitzens willen hat oder ob diese SammlerstĂŒcke wirklich etwas in einem auslösen, das man mit “Freude” und “GlĂŒck” bezeichnen kann.

Ich weiß, es klingt etwas gefĂŒhlsduselig, aber ich finde, darĂŒber sollte man sich als Sammler ruhig Gedanken machen.

“Macht mich dieser Gegenstand glĂŒcklich?” oder “Bereichert dieses Sammlerobjekt mein Leben?” sind Fragen, die man sich als Minimalist und Sammler stellen sollte.

Mein GlĂŒck vom Sammeln als Minimalist

Sammeln macht (mich) glĂŒcklich.

Hier steht der Minimalismus nicht im Wege, sondern kann, wenn man ihn richtig anwendet, sogar helfen aus einer eher bedachtlosen und besitztorientierten Ansammlung an Objekten eine bedachte Sammlung anzulegen. Letztendlich zeigen diese SammelgegenstÀnde auch einen Teil der eigenen Persönlichkeit.

Nehmen wir zum Beispiel meiner Fossilien- und Gesteinssammlung: Zu jedem meiner Fundobjekte besitze ich eine Beziehung. Ich kann spannende Geschichten oder aufregende Erlebnisse zu jedem Objekt erzÀhlen. Diese Sammlung spiegelt also nicht nur ein Teil meiner Persönlichkeit, sondern auch ein Teil meines Lebens wieder.

Diesen Teil hĂ€tte ich vollkommen ausgelöscht, wĂ€re ich einem radikalen Minimalismus gefolgt. Ich verstehe unter dem Minimalismus aber kein reines radikales EntrĂŒmpeln und Reduzierens des eigenes Besitzes. Kann ich denn durch diese “Hau-drauf”-Methode sehen, was mir persönlich wichtig ist?

Ich sage klar und deutlich: Nein!

Aber ein Minimalismus, der mich dazu bringt, sich bewusst mit meinem Besitz auseinanderzusetzen, der kann mir dann auch helfen, das Wichtige vom ÜberflĂŒssigen zu unterscheiden. Ich behalte nur das fĂŒr mich Bedeutsame und Wichtige.

Folglich kann ich gleichzeitig Minimalist und Sammler sein, ohne in einem Konflikt zu geraten – der in meinen Augen auch gar nicht existiert. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche meiner Sammlung und das Wesentliche sind meine eigenen gefundenen Fossilien und Gesteine. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Daher ist Sammeln fĂŒr mich als Minimalist das pure GlĂŒck.

Und GlĂŒck hat doch jeder von uns verdient, oder?


Bist du Sammler oder Minimalist? Oder beides? Was sammelst du? Was macht dich als Minimalisten aus? Kommentiere hier oder schreibe mir eine Email.

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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfÀltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

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