Geocaching
Neu!!! Wandergedanken

100 Tage Geocaching – und wie du es schaffen kannst (auch ohne Auto!!!)

Von
am
April 4, 2019

“Wettbewerb ist die beste Medizin gegen Phantasielosigkeit und Bequemlichkeit.”

– Prof. Querulix (*1946), deutscher Aphoristiker und Satiriker

Aus der eigenen Komfortzone mal rauskommen und etwas Neues ausprobieren – das kann sehr spannend und aufregend sein. Diese Wettbewerbe bzw. “Challenges” gibt es dank des Internets in vielen verschieden Bereichen mit unterschiedlichen Bedingungen oder Zielen. Eine, die ich im letzten Jahr geschafft habe, kannst du hier nachlesen.

So habe ich zwischen den Jahren 2018 und 2019 eine neue Challenge angenommen, die ich in 100 Tagen absolvierte. Die Challenge lautete: an 100 Tagen jeden Tag mindestens einen Geocache finden.

(Achtung – wer mit dem Fachjargon des Geocaching noch nicht vertraut ist, empfehle ich vorab diesen Artikel zu lesen.)

Was ist eine Challenge beim Geocaching?

Du kennst vielleicht die Plank-Challenge oder die Plastikfasten-Challenge. Nun, beim Geocaching ist das nicht viel anders. Hier sagt bereits sein Name “100-Tage-Geocaching-Challenge”, was es bei der Challenge zu erfĂŒllen gilt.

Bei dieser Challenge war die Bedingung, das ich eine bestimmte Dose erst loggen darf, wenn ich an 100 aufeinanderfolgenden Tagen 100 jeweils eine Dose gefunden habe. Im Listing wird meist auf weitere Bedingungenen oder Hinweise zur der Dose beschrieben und es muß auch letztendlich ein Beweis an den Owner erbracht werden, das man wirklich an 100 Tagen jeweils einen Cache gefunden hat. Dieser Beweis kann man meist durch ein Screenshot seiner eigenen Profil-Basic-Statistik erbringen.

Warum ausgerechnet diese Challenge?

Wie ich in der Einleitung bereits sagte, mag ich es die Komfort-Zone zu verlassen. Ich habe sie Ende November angefangen. Eine Zeit, wo ich wusste, das ich wetterbedingt mehr zu Hause als draußen hocken werde. Denn ich bin eher der Wandertyp der Sonne und WĂ€rme mehr liebt, als Schnee, KĂ€lte und Dunkelheit.

Doch dieser Art “Faulheit” wollte ich mal entgegentreten und habe mich daher dazu gezwungen, auch beim “schlechten” Wetter und trotz kurzer Tageslichtdauer hinauszugehen. Den inneren Schweinehund besiegen – jeden einzelnen der 100 Tage.

So hieß es fĂŒr mich am ersten Tag der Challenge: “Challenge Accepted!”

Meine Vorbereitungsmaßnahmen

Vorbereitung ist wirklich das A und O bei dieser Challenge, um die Chancen zu maximieren, dass man diese Challenge auch erfolgreich abschließen kann. Hier sind Punkte, die bereits bei der Vorplanung beachtet werden sollte:

  • ÖNV und zu Fuß: Wer mich kennt weiß, dass ich eine passionierte Nicht-Autofahrerin bin – und das seit 15 Jahren!!! Ich hasse einfach Autofahren. Ich bin tĂ€glich entweder zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖNV unterwegs. Mit dem Auto ist sicherlich die Challenge einfach, aber gesĂŒnder? Oder umweltfreundlicher? Ich wage das sehr stark zu bezweifeln. Ich empfehle es auch jeden Geocacher, diese Challenge mal ohne Auto zu machen – es öffnet einem Horizonte und hĂ€lt fit.
  • 120 Dosen jagen: Um 100 Dosen zu finden, sollte man in seinem “Jagdgebiet” etwa 120 Dosen bereit haben, die jederzeit aufsuchen und loggen zu können. Warum 20 mehr? Es ist immerhin möglich, dass wĂ€hrend dieser Zeit einiges mit den Dosen passieren kann. Sie können archiviert oder gemuggelt werden und somit kurzzeitig deaktiviert sein. Ist dann blöd, wenn dann genau diese Dose fĂŒr den Tag aufsuchen möchte.
  • “Vor-Cachen”: Ich nenne es “Vor-Cachen”, aber man könnte auch vom “Vorab-Suchen” sprechen. Damit ist gemeint, das man vor der eigentlichen Challenge vorabe einfach mal 15 – 20 Dosen aufsucht – ohne aber diese zu loggen. Das sind Dosen, die man dann im Notfall schnell besuchen und loggen kann, wenn man mal einen Tag haben sollte, wo man kaum Zeit zum Cachen hat. Der Vorteil vom “Vor-Cachen” liegt auf der Hand, Frustrationsrate ist gering, da man ja schnell einen Fund aufweisen kann. Das motiviert und man bleibt am Ball.
  • Das eigene Ziel definieren: Ein ganz wichtiger Punkt. Man sollte sich darĂŒber im Klaren sein, warum man eigentlich diese Challenge macht. Ist es um jemand zu beeindrucken? Ist es fĂŒr die eigenen Statistik? Ist es fĂŒr einen selbst? Was immer auch der Grund ist, es sollte ein Grund vorhanden sein, sonst geht die Motivation fĂŒr diese Challenge ganz schnell verloren.FĂŒr alle, die meine Motivation wissen möchten: Ich wollte die “dunkle Jahreszeit” mit tĂ€glichen Rausgehen trotzen und dazu noch zeigen, das Geocaching auch ohne Auto geht.
  • ECA bereitlegen: Selbst wenn man nur hauptsĂ€chlich Tradis sammelt, sollte man doch ein wenig ECA fĂŒr alle FĂ€lle bei allen Challenge-Tagen dabei haben. Ich empfehle eine dĂŒnne lange Pinzette, Taschenlampe, ausziehbaren Stab-Klappspiegel, aussziebarer Stabmagnet und naturlich wetterfeste Kleidung und Schuhe. Stift nicht vergessen!!!

Wie man eine 100-Tages-Challenge schafft

Sofern man sich fĂŒr eine 100-Tage-Challenge entschieden hat, geht es mit den Vorbereitungen los, denn die sind das A und O um die Challenge erfolgreich zu absolvieren:

  • Den Tag / Die Woche planen: Es hilft, jeden Tag immer drei Dosen zum Aufsuchen einzuplanen. NatĂŒrlich loggt man nur eine. Sollte aber die erste Dose nicht zu finden sein, hat man immer noch zwei Dosen “auf Vorrat”, die man aufsuchen kann.
  • Wetterbericht anschauen: Man muß sich mental darauf vorbereiten, das man bei Wind und Wetter draußen ist. 100 Tage lang. Das heißt, man sollte immer den Wetterbericht im Blick haben, sonst schwitzt oder friert man bei der Dosensuche und dass kann nicht sehr motivierend fĂŒr die Dosensuche sein. Immer daran denken: Du mußt raus – bei jeden Wetter.
  • Montag – Freitag = Stadtcachen / Wochenende = Ferngeocaching: Wenn man wie ich in Vollzeit arbeitet, hat man natĂŒrlich nicht soviel Zeit stundenlang draußen dem Geocaching nachzugehen. In der Winterzeit sollte man sicher daher im Klaren sein, das man auch bei Dunkelheit eine Dosen suchen muß. Das Wochenende sollte man fĂŒr Geocaching-Touren oder einzelne Dose verwenden, die nicht in der Homezone sind. Hier sollte man natĂŒrlich auch auf das Auto verzichten und stattdessen mit Fahrrad, Bus oder Bahn. Warum nicht mal eine Geocaching-Tour als Wandertour planen. Auch gibt es dank der Dosen tolle Fahrradtouren zu entdecken.

Wann zeigte sich der Schweinehund…

Wenn ich sage, das die Challenge fĂŒr mich ganz einfach war, wĂŒrde ich lĂŒgen. Es gab da immer wieder paar Punkte, die mir Zweifel und Sinnhaftigkeit meiner Challenge brachten:

  • Das Wetter: November – MĂ€rz. So lang war meine Challenge. Nicht gerade angenehm bei Minustemperaturen noch draußen nach einer Dose zu suchen. Aber die Suche nach der Dose war dann doch stĂ€rker als die KĂ€lte.
  • Die Dunkelheit: Ende November begann ich die Challenge, was fĂŒr mich heißt, das es bei meinem Feierabend bereits draußen dunkel war. n der Anfangszeit habe ich daher in der Stadt Dosen aufgesucht oder am Stadtrand. Ein bis zweimal war ich aber auch im Dunkeln im Waldrand unterwegs gewesen. Das war schon eine besonderes aufregendes GefĂŒhl. Die Motivation ĂŒberwiegte doch das GefĂŒhl der Angst alleine im Wald zu sein. Doch ganz ehrlich. In der Stadt laufen mehr gefĂ€hrliche “Tiere” rum, als im Wald.

… und wo gab es schöne Momente?

Eine Challenge soll auch Spaß machen, so habe ich auch schöne Moment beim Geocaching erlebt. Diese Momente waren auch meine Motivationsbooster, die Challenge zu schaffen:

  • Neue Orte kennengelernt: Eines der wohl schönsten Aspekte beim Geocaching ist es, das man immer wieder neue schöne Ort betritt. So habe ich einige neue interessante Ecken meiner Stadt Schwerin gesehen, die ich sonst nie gesehen hĂ€tte.
  • Abendspaziergang: Am Anfang hatte ich ein Problem mit der frĂŒhen Dunkelheit in der Winterzeit, da mir Geocaching im Dunkeln im Allgemeinen keinen Spaß macht. Doch im letzten Drittel (Monat Februar) meiner Challenge habe ich die Abende – vor allem bei der Dosensuche am Waldrand – sehr genossen. Es war dem recht milden Klima von diesem Februar geschuldet. Denn ich hatte oft das GefĂŒhl, dass bereits ein Hauch von FrĂŒhling in der Luft lag. Leichte warme Brisen und die Vögel zwitscherten am Abend – das kannte ich bisher noch nicht.
  • Jeden Tag ein Fund: Was könnte schöner sein, als jeden Tag eine Fund zu haben. Das alleine motiviert doch schon, oder?!

Ich denke auch, das jeder Geocacher, der ein Auto besitzt mit Leichtigkeit diese Challenge schaffen wĂŒrde – doch ich wollte mit meiner Art diese Challenge zu schaffen auch ein Zeichen setzen und zeigen: “Hey, man braucht kein Auto um so eine Challenge zu schaffen!!!”

Was habe ich aus der Challenge gelernt?

3 Dinge werde ich aus dieser Challenge mitnehmen:

  • Jeden Tag raus: Ich schaftfe es tatsĂ€chlich jeden Tag rauszugehen und dennoch andere Dinge zu erledigen, wie Blogartikel zu schreiben oder Freunde zu treffen. Getreu dem Motto – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Allerdings, dass muß ich zugeben, mit einigen Abstrichen.
  • Der Mensch ist faul: Keine neue Erkenntnis, sondern eher eine BestĂ€tigung. Daher freue ich mich, jeden Tag die vielen Schritte fĂŒr eine einzelne Dose zurĂŒckgelegt zu haben. Aber ich kenne leider auch genug Geocacher, die fĂŒr eine einzige Dose mit dem Auto fahren. Ich frag mich da: “Warum?”
  • Der visuelle Erfolg: Durch die tĂ€glichen kleinen Erfolge dank des Tagesfunds, war ich immer vom neuen motiviert diese Challenge schaffen. Zudem konnte ich anhand meiner Konto-Statistik an jedem Tag ablesen, wieviele Tage bis zum Ende der Challenge noch fehlten. Ich bin ein visueller Menschen und das hat gezeigt, das ich auch Ergebnisse in dieser Form brauche um bei einer Sache am Ball zu bleiben.
  • Der Danach-Effekt: 100 Tage lang immer rausgehen – das prĂ€gt. Es ist noch nicht mal ein paar Wochen her, das ich diese Challenge geschafft habe, aber ich habe jetzt mehr den je den Drang sich draußen aufzuhalten.

Und jetzt?! Nach der Challenge ist vor der Challenge?!

Die 100-Tage-Challenge ist geschafft. Kommt jetzt eine weitere Geocaching-Challenge?

Ein klares Nein!

Die 100 Tage waren fĂŒr mich eine sehr lehrreiche Erfahrung, aber jetzt wende ich mich anderen Dingen als nur das Geocaching zu.

Es war nĂ€mlich schon eine zeitaufwendige Challenge und dafĂŒr mußte andere Dinge leider etwas hinten dranstehen, die jetzt wieder PrioritĂ€t bei mir genießen dĂŒrfen. Mein Leben besteht letztendlich nicht nur aus der Dosenjagd.

Mein Wunsch an alle, die diese Challenge noch machen möchten

Bitte liebe Geocacher – vor allem, die gerne Autofahren – versucht doch mal eure eigenen FĂŒsse fĂŒr die Dosenjagd zu benutzen. Wegen einem FTF (Erstfund eines Geocaches) extra ins Auto einsteigen, nur weil man der Erste bei der Dose sein möchte, lohnt sich das wirklich? Ich kann das GefĂŒhl ein FTF zu machen verstehen, aber dafĂŒr die Umwelt mit Autoabgasen verschmutzen. Nein danke!

Ist es nicht sportlicher und umweltfreundlicher zu Fuß auf Dosenjagd zu gehen? Ich wĂŒrde es jedenfalls toller, cooler, sportlicher und hammermĂ€ĂŸig finden, wenn ich sehe, das Geocacher es nur aus eigener Kraft geschafft haben. Hierzu eine kleine chinesische Weisheit:

“Schildkröten können dir mehr ĂŒber den Weg erzĂ€hlen als Hasen.”

Schildkröte zu sein ist großartig.

Und wer das nicht glaubt, der war noch nicht an 100 Tagen zu Fuß Geocaches suchen.

Na los, fordere doch mich oder dich selbst als Geocacher heraus.

bis bald im Wald

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Hast du schon einmal eine Geocaching-Challenge absolviert? Wie sind deine Erfahrungen dazu? Was hÀlst du allgemein von Geocaching-Challenges? Kommentiere hier oder schreibe mir eine Email.

STICHWORTE
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2 Kommentare
  1. Antworten

    Axel

    April 5, 2019

    Auch fĂŒr jemanden, der sich mit der „ganzen Thematik“ noch nie beschĂ€ftigt hat, interessant zu lesen.
    Toll, das Du das alles ohne Auto hin bekommen hast!

    LG

    Axel

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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfÀltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

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