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Naturkundliche Entdeckungen auf Teneriffa – Teil 3 (Fauna + Gesamtfazit)

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MĂ€rz 31, 2019

“Respekt vor den Tieren folgt der Sanftmut des Herzens.”
– Erwin Koch (*1932), deutscher Aphoristiker

(Achtung, das ist der 3. Teil der Blog-Serie “Naturkundliche Entdeckungen auf Teneriffa”. Klick einfach auf (Teil 1) und hier (Teil 2), sofern du ihn noch nicht gelesen hast.)

Teneriffa.

Das ist Insel, Sonne, Strand, Vulkan und Meer.

Ben und ich haben den Jahreswechsel 2014/2015 und die erste Woche im neuen Jahr dort verbracht. Das ist aber schon eine ganze Weile her. Damals hatte ich auch noch nicht gedacht, das ich einmal darĂŒber einmal öffentlich schreiben werde.

Teneriffa Silvester

Auf unserer Reise rund um Teneriffa haben Ben und ich nicht nur die einzigartige Landschaft von Teneriffa bewundert, eigenartige Pflanzen bestaunt und (besonders ich) die geologischen Besonderheiten nÀher untersucht.

Auch die Tierwelt hatten wir, wenn auch recht wenig, fotografisch festhalten können. Das liegt einerseits daran, das wir steht immer in SiedlungsnĂ€he blieben und zum anderen das – wenn ein Tier entdeckt wurde – es schwierig war es mit der Kamera zu fotografieren. Und auch wie beim 2. Teil dieser Blogartikel-Serie wusste ich noch nicht, das ich darĂŒber mal schreiben werde.

Doch immerhin sind mir ein paar SchnappschĂŒsse von unterschiedlichen Tierarten auf Teneriffa gelungen, die ich hier vorstellen möchte.

Willkommen zum 3. Teil der Blogartikel-Serie “Naturkundliche Entdeckungen auf Teneriffa”!

Allgemeines zur Fauna auf Teneriffa

Die Natur auf Teneriffa ist einzigartig, denn einige Pflanzen und Tiere kommen nur hier vor (“endemisch”). Geschuldet ist dies den folgenden Faktoren: Geographie, Klima und den geologischen Aufbau der Insel. (NĂ€heres ĂŒber die drei Faktoren im 1. Teil der Blogartikel-Serie)

Zuerst sei gesagt, wilde gefĂ€hrliche Tiere wie große Raubtiere oder auch giftige Tiere gibt es auf Teneriffa nicht. Man kann sie also hier frei in der Natur bewegen, ohne die BefĂŒrchtung zu haben, das ein giftiges Tier einem beißen wird oder man von einem großen Tier angegriffen wird. Aufgrund des Fehlens von grĂ¶ĂŸeren Raubtieren ist die Insel eher artenarm, dafĂŒr sind aber viele endemische Tiere heimisch.

Die hĂ€ufigsten Tiere, die man hier beobachten kann, sind Vögel (Klasse Aves) und Kanareneidechsen (Gattung Gallotia). Auch Zugvögel ĂŒberwintern hier hĂ€ufig auf der Insel.

Unsere faunistischen Entdeckungen auf Teneriffa

Auf der folgenden Karte kannst du entnehmen, welche Tiere wir auf Teneriffa beobachten konnten. Einfach auf die blauen Pfoten-Symbole klicken um mehr Informationen zu erhalten.

Die Nummerierung entspricht nicht den Kapitel-Nummer von diesem Blogartikel.

Die Karte wurde mit Hilfe von Google MyMaps erstellt.

1. Der Seeigel und die Taube von Los Gigantes

Die Basaltklippen von Los Christianos gehören zu den Touristenpunkten auf Teneriffa. als wir die “Los Gigantes” besucht haben, hatten wir allerdings GlĂŒck und nciht viel davon gemerkt, das es hier sich um ein touristischen Anziehungspunkt handelt.

Am Strand waren wir nahezu allein und konnen wir uns ungestört in Ruhe umschauen. Der Strand “Play los GuĂ­os” hatten wir einen guten Blick auf die Klippen, haben aber geschaut, was wir hier am Strand so vorfinden. Neben den vielen verschiedenen Vulkangesteinen habe ich auch Reste eines Tieres gefunden.

Geologie Teneriffa

Am unteren mittleren Bildrand ist das innere Kalkskelett (sog: “Endoskelett”) eines Seeigels zu erkennen. Neben der charakteristischen runden Form des Tieres, sind auch gut die radial liegenden Seeigel gehören zu der Tiergruppe der Echinodermaten – zu deutsch: StachelhĂ€uter.

Das hier gefundene Endoskelett stammt von einem Violetten Seeigel (Sphaerechinus granularis); ein im Mittelmeer und östlichen Atlantik hÀufig vorkommender Seeigel.

Die eigentlichen langen Stacheln von Seeigeln sind dem hier vorliegenden Tier nicht vorhanden, da diese ursprĂŒnglich mit einem Gewebe verbunden waren, das sich aber infolge des Todes der Seeigel zersetzt wurde. Auch bei Fossilien ist dieses PhĂ€nomen hĂ€ufig zu beobachten. Nur selten findet man einen Seeigelstachel als Fossil.

Eine weitere Besonderheit ist der Kauappart der Seeigel, der als als Laterne des Aristoteles bezeichnet. Dieser Kauapparat ist bei allen lebenden Seeigeln vorhanden.

Eine klassische Unterteilung der Seeigelarten ist es sie in “irregulĂ€re” und “regulĂ€re” Seeigel zu unterteilen. Diese Unterteilung entspricht zwar nicht mehr den heutigen wissenschaftlichen Unterteilung der einzelnen Seeigel-Arten, jedoch wird dies noch von vielen Autoren vorgenommen, weil es eine recht einfache Unterteilung ist. Auch fĂŒr fossile Seeigel wird diese Unterteilung vorgenommen.

Die irregulĂ€ren Seeigeln haben ein etwas abgeflachtes Endoskelett. Zudem sind diese Skelette, wie bei anderen höheren Tiergruppen (und auch beim uns Menschen) bilateral symmetrisch. Diese Seeigeln leben meist im Meeresboden (“endobenthisch”) und ernĂ€hren sich dort von Einzellern oder

Die zweite Gruppe von Seeigeln gehören zu den “regulĂ€ren” Seeigeln. Hier zeigen die Tiere eine radiale Symmetrie. Meist sind diese Seeigel WeidegĂ€nger und leben auf dem Meeresboden. Zu dieser Gruppe gehört auch der Fund vom Strand.

Seeigel gehören zu den Ă€ltesten Tieren ĂŒberhaupt. Die Ă€ltesten Fossilfunde stammen aus dem Orvodizium vor 480 Millionen Jahre.

Nach der Entdeckung des Seeigels am Strand ging es in die Stadt Los Gigantes. Dort war unsere nÀchste tierische Begegnun auch ein Sprung zu einer völlig andere Tiergruppe. Ein Vogel, recht zutraulich, war wohl recht neugierig und schaute uns zu.

Taube Teneriffa

Es ist eine Taube. Aber welche Art?

Das ist eine gute Frage. Trotz vieler Recherche schwanke ich zwischen zwei Arten: Es kann einerseits eine TĂŒrkentaube (Streptopelia decaocto) oder eine Nordafrikanische Lachtaube (Streptopelia roseogrisea) sein. Beide Arten sehen sich nĂ€mlich sehr sehr Ă€hnlich. Da ich mich nicht entscheiden kann, stelle ich einfach beide vor:

Die TĂŒrkentaube stammt ursprĂŒnglich aus Asien, hat sich aber seit dem letzten Jahrhundert auch in Europa mehr und mehr angesiedelt. So dass auch sie ihren Weg bis zu den kanarischen Inseln gefunden haben. Das Gefieder der TĂŒrkentaube ist beigebraun gefĂ€rbt, wobei die Oberseite etwas dunkler als die Unterseite ist. AuffĂ€llig ist ein schwarzer Streifen im Nacken.

Wie die TĂŒrkentaube hat auch die Lachtaube eine Gefieder von hellbeige Farbe. Sie trĂ€gt ebenfalls einen schwarzen Nackenstreifen. Um beide Tauben unterscheiden zu können, sollte man auf ihren Ruf hören. Bei der TĂŒrkentaube klingt ihr Ruf wie ein tiefes „gu-guu-gu”, wĂ€hrend bei der Lachtaube es eher wie ein Lachen (Name!) klingt. Auch in ihrer GrĂ¶ĂŸe kann man TĂŒrkentauben von Lachtauben unterscheiden. Adulte TĂŒrkentauben sind deutlich grĂ¶ĂŸer als adulte Lachtauben.

Trotz der gefunden Merkmale, womit man beide Taubenarten theoretisch unterscheiden könnte, ist es anhand meiner Fotos dennoch schwierig die Taube eindeutig zu bestimmen. Ich bleibe einfach mal bei der Gattung der Turteltauben (Streptopelia). Damit stehe ich auf jedenfalls auf der sicheren Seite.

2. Die Eidechsen von Icod de los Vinos

WÀhrend man bei unseren Vögelbeobachtungen rÀtseln, ist die Bestimmung der nÀchsten Tierart viel leichter, denn sie kommen nur hier auf den kanarischen Inseln vor.

Die Rede ist von den Westkanareneidechsen, eine Eidechsenart, die in drei Unterarten endemisch auf Teneriffa lebt . Von diesen vier Unterarten hatte ich das GlĂŒck Exemplare der Unterart “Gallotia galloti galloti” und “Gallotia galloti eisentrauti” im Norden der Insel zu beobachten und fotografisch festhalten zu können.

Kanareneidechse

Auf dem erste Bild ist ein Jungtier der Unterart Gallotia galloti galloti abgebildet. Die Jungtiere sind auffĂ€llig gefĂ€rbt im Gegensatz zu den adulten Tieren. Die Geschlechter der adulten Tiere kann man dadurch unterscheiden, dass die MĂ€nnchen eine auffĂ€llig hellblau gefĂ€rbte Kehle und blaue Flecken an den Seiten haben, wĂ€hrend die Weibchen eher hellbraune bis bronzefarbene Kehlen haben. Damit sind sie natĂŒrlich unscheinbarer als ihre mĂ€nnlichen Artgenossen.

Nicht unweit von der ersten Entdeckung haben wir bei einer Mauer, auf einem Vorsprung ein weibliches Exemplar der Gattung der Unterart “Galloti galloti eisentrauti” entdeckt. Diese Unterart wird auch “Nördliche Westanareneidechse” genannt. Dieses Exemplar hier scheint sich gerade zu sonnen.

Kanareneidechse

Diese Unterart der Westkanareneidechse ist ein Kulturfolger und daher hĂ€ufig in der NĂ€he von Siedlungen anzutreffen. Ihre GrundfĂ€rbung ist meist braun bis grau und weist verschiedenen Schattierungen auf. Beide Geschlechter weisen zudem unregelmĂ€ĂŸige gelbliche oder grĂŒnlich gelbe QuerbĂ€nder auf, die man hier sehr schön erkennen kann (s. Bild oben).

Mein Gesamtfazit

Die Tierwelt war fĂŒr uns neben der Pflanzenwelt und Geologie faszinierend, auch wenn wir nicht soviele verschiedene Tiere beobachten konnten. Immerhin hatten wir das GlĂŒck zwei der bekannten endemischen Eidechsen zu beobachten.

Alles im allem war unsere Reise wunderschön. Vieles gesehen und vieles erlebt. Doch da geht noch mehr – das ist mir jetzt beim Schreiben und Recherchieren der drei Blogartikel aufgefallen. Wir haben zwar einmal die Insel umrundet und bei den uns ausgesuchten Hotspots einiges erlebt, dennoch hinterher bedaure ich es, das wir nicht im Anaga-Gebirge waren, um in den berĂŒhmten Lorbeerbaum-RegenwĂ€lder wandern zu gehen. Auch der höchste Berg Spaniens, der Teide, lag leider nicht auf der Route von unserer Reise. Zwei Ziele, die wir bei unserem nĂ€chsten Besuch sicherlich auf die To-Do-Liste ganz oben setzen.

Doch wann ist das nÀchste Mal?

Neben dem Schiff ist Fliegen die einzige Möglichkeit auf die Insel zu gelangen und hier ist der Punkt, wo mein Gewissen zu mir spricht. Fliegen ist nicht gerade die nachhaltigste MobilitĂ€tsform. Im Gegenteil – der CO2-Austoß ist enorm und ich weiß nicht, ob ich das fĂŒr mich weiterhin verantworten kann. Ich verzichte bereits seit einigen Jahren auf das Fliegen und habe das Reisen per Bahn, auf dem Fahrrad und zu Fuß fĂŒr mich entdeckt.

NatĂŒrlich kann man seine ausgestoßenen CO2-Belastung zum Ausgleich mit einer UnterstĂŒtzung von Nachhaltigkeits-Projekten kompensieren. Das ist aber natĂŒrlich kein Freifahrschein fĂŒr weiteres Fliegen. Da ist es viel besser lieber keinen Flug als einen Flug zu nehmen.

Durch meine/diese Haltung wird es wohl bei dieser einzigen Reise auf die kanarische Insel Teneriffa bleiben. Es war schön und wenn ich mir unsere Foto(an)sammlung betrachte, denke ich an diesen Urlaub gerne zurĂŒck. Auch wenn immer mehr Menschen diese Insel fĂŒr sich entdecken, hoffe ich doch, das immer etwas wildes, unbĂ€ndiges und ursprĂŒngliches auf der Insel erhalten bleibt. Denn das ist es, was die Insel Teneriffa ausmacht. macht diese Insel schließlich aus.

Mir bleibt nur zu sagen:

Danke Teneriffa


Quellen und interessante Links

Wer du mehr ĂŒber die Tierwelt von Teneriffa erfahren möchtest, solltest du auf die folgenden Links gehen:


Hast du schon einmal Teneriffa besucht? Welche Tiere konntest du dort beobachten? Hinterlasse hier ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.

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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfÀltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

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