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Naturkundliche Entdeckungen auf Teneriffa – Teil 2 (Botanik)

Von
am
MĂ€rz 27, 2019

“Lasst Blumen sprechen”
– Deutsches Sprichwort

(Achtung, das ist der 2. Teil der Blog-Serie, wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, sollte hier klicken.)

Teneriffa.

Das ist Insel, Sonne, Strand, Vulkan und Meer.

Ben und ich haben den Jahreswechsel 2014/2015 und die erste Woche im neuen Jahr dort verbracht. Das ist aber schon eine ganze Weile her. Damals hatte ich auch noch nicht gedacht, das ich einmal darĂŒber einmal öffentlich schreiben werde.

Teneriffa Silvester

Im ersten Teil der Blogartikel-Serie habe ich Allgemeines ĂŒber die Insel Teneriffa, unseren Tourenverlauf und wie wir auf der Insel gereist sind erzĂ€hlt und bin dann zu unseren geologischen Entdeckungen ĂŒbergegangen.

Bei dem folgenden Artikel wende ich mich von der “toten Natur” zur lebendigen Natur: die Botanik – oder auch Pflanzenkunde.

Willkommen beim 2. Teil der Blogartikel-Serie – Naturkundliche Entdeckungen auf Teneriffa!

Allgemeines zur Botanik der Insel Teneriffa

Die Natur auf Teneriffa ist einzigartig, denn einige Pflanzen und Tiere kommen nur hier vor (“endemisch”). Geschuldet ist dies den folgenden Faktoren:Geographie, Klima und den geologischen Aufbau der Insel. (NĂ€heres ĂŒber die drei Faktoren im 1. Teil der Blogartikel-Serie)

Teneriffa Palmen

Viele endemische Pflanzenarten bilden die Grundlage fĂŒr die Unterteilung der Vegetationszonen auf der Insel Teneriffa. Zudem beeinflußte eine frĂŒhe Besiedlung der Insel, dass auch mediterrane und nordafrikanische Pflanzen sich hier ansiedeln und ausbreiten konnten.

Die Vegetation auf Teneriffa wird grob in drei Zonen aufgeteilt:

  • Zone unter den Wolken (0 m – 700 m)

Diese Zone ist von Trockenheit und Hitze geprĂ€gt. Die Vegetation Ă€hnelt einer typischen WĂŒstenvegetation mit hitzeliebenden Pflanzen. Aufgrund der hohen Trockenheit bilden sich hier keine WĂ€lder. Typischer Bewuchs sind Sukkulenten, die so zahlreich sind, das sie innerhalb dieser Zone eine eigene Vegetationszone – “Sukkulentenbusch” bilden. Diese Zone befindet sich direkt unter den Passatwolken. Typisch fĂŒr die Zone ist ein reichlicher Bewuchs von Kakteen.

  • Zone in den Wolken / Waldzone (700 m – 1600 m)

Diese Zone findet man in der Höhe der Passatwolken. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit hier ist eine vielfĂ€ltige Vegetation zu finden. Auch diese Zone wird in zwei Unter-Zonen unterteilt. Zu einem sind es BergnebelwĂ€lder, die durch den reichlichen Bestand von LorbeergewĂ€chsen der Gattung “Laurissilva” charakterisiert sind. Diese LorbeerwĂ€lder an der Nordostspitze der Insel Teneriffe gelten als touristische Attraktion. Die andere Zone ist durch Wacholdergemeinschaften mit Übergang zur klassichen Waldzone charakterisiert.

  • Zone ĂŒber den Wolken / Hochgebirgszone (ĂŒber 1600 m)

Aufgrund des Vulkanismus auf Teneriffa, findet man diese Vegetationszone nur in der Region des Teide-Nationalparkes. Diese Vegetationszone gehört zu den selten zu beobachteten Zonen, so dass es kein Wunder ist, das diese besonders viele endemische Arten beinhaltet. Eine hier bekannte Art ist der Wildprets-Natternkopf (Echium wildpretii). Eine Pflanze, die bis zu 3 m hoch wachsen kann.

Ab 2700 m ĂŒ. NHN findet man hier kaum noch BlĂŒtenpflanzen vor. Eine der wenigen Arten ist das Teide-Veilchen (Viola cheiranthifolia), das auch namensgebend fĂŒr höchstgelegende Vegetationszone innerhalb der Hochgebirgszone auf Teneriffa ist: Die Teideveilchen-Zone.

Wer mehr ĂŒber die Vegetationszonen von Teneriffa erfahren möchte, verweise ich auf die folgenden Links:

Unsere botanische Entdeckungen auf Teneriffa

Auf der folgenden Karte kannst du entnehmen, welche botanisch interessanten Funde wir gemacht haben. Einfach auf die grĂŒnen Blumensymbole klicken um mehr Informationen zu erhalten.

Die hier angegebenen Nummern entsprechen nicht den Nummerierung der Kapitel und der dort beschriebenen Pflanzen.

Die Karte wurde mit Hilfe von Google MyMaps erstellt.

1. Drei auf einen Streich in Los Christianos

An unserem ersten Tag auf Teneriffa besuchen wir die KĂŒstenstadt Los Christianos im Westen. Eine sehr touristisch geprĂ€gte Stadt, das aber weder mir noch Ben sonderlich gefĂ€llt, aber wir versuchen das Beste aus unserem Besuch zu machen.

Nach einem Strandbesuch gehen wir ein wenig an der Strandpromenade entlang, da entdecken wir ein paar Pflanzen, die ich mir unbedingt nĂ€her anschauen muß.

Teneriffa Botanik

Ben macht von den Pflanzen ein Foto, wĂ€hrend ich ĂŒber eine eine schlangenförmige Pflanze staune. Die Pflanze, die meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist eine Drachenbaum-Agave (Agave attenuata). Es ist der BlĂŒtenstand, der mich anzieht und den ich in dieser Form bisher bei keiner Pflanze gesehen habe. Der lange gebogene BlĂŒtenstand kann bis zu 3,5 m lang werden und wird aufgrund ihres Aussehens auch als “Schwanenhals-Agave” bezeichnet.

Auf der rechten Seite hinter den Drachenbaum-Agaven sind ein paar Palmen zu sehen. FÀcherplamen haben einen Blattform, die an einem FÀcher erinnert, wÀhrend Fiederpalmen eher an Federn bzw. an Gefieder erinnert. Im Hintergrund steht folglich eine Fiederpalme. Dies ist zwar keine botanische Unterteilung von Palmen, jedoch erleichtert es die verschiedenen Arten grob zu unterscheiden.

Auf der linken Seite des Bildes sind einige Sukkulenten zu erkennen. Sukkulenten ist eine Bezeichnung fĂŒr Pflanzen, die sich an besondere Klima- und BodenverhĂ€ltnissen angepasst haben. Es handelt sich daher nicht um eine Pflanzengattung, sondern eher eine Bezeichnung von Pflanzen, die zwar unterschiedlichen Familien, Gattungen und Arten angehören, aber durchaus Ă€hnliche Anpassungsmerkmale aufweisen.

Das Foto finde ich persönlich zu schlecht um eine Artbestimmung vorzunehmen, doch eine wage Vermutung von mir ist es, das es sich um eine Kanaren-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis) handeln könnte. Eine endemische Pflanzenart, die zu den WolfsmilchgewÀchsen gehört. Wie bei den meisten WolfsmilchgewÀchsen, ist auch der Pflanzensaft der Kanaren-Wolfsmilch giftig.

2. Botanik am FußgĂ€ngerweg von Piedra Hicanda

Nach unserem Halt in Los Christianos sind wir weiter zu unserer Übernachtungsmöglichkeit nach Piedra Hicanda gereist. Da wir erst am frĂŒhen Abend ankamen, haben wir nicht von der Ortschaft gesehen. Erst am nĂ€chsten Tag konnten wir uns die Ortschaft ein wenig anschauen.

Neben den auffĂ€llig gleichen HĂ€userreihen, fallen uns einige BĂ€ume mit weit ausladenen Baumkronen auf, die zwischen dem Gehweg und Straßenrand gepflanzt wurden. Es sind FlammenbĂ€ume (Delonix regia), die ihren Namen durch ihre blutroten BlĂŒten bekamen. Da aber deren BlĂŒtezeit auf Teneriffa erst in den Sommermonaten ist, haben wir leider etwas Pech und können die auffĂ€llige BlĂŒtenpracht nicht beobachten.

Neben der auffĂ€lligen Farbe ist die BestĂ€ubung der BlĂŒten auch etwas ungewöhnlich. Sie erfolgt nicht durch Insekten, sondern durch Vögel (sogenannte: “Ornithophilie”).

Piedra Hicanda

Auf dem Weg zur Bushaltestelle kommen wir an einer Plantage vorbei. Diese Stauden mag man vielleicht nicht kennen, aber die FrĂŒchte gehören im deutschsprachigen Raum zu den meist verzehrten FrĂŒchten.

Es sind Stauden der Banane, die korrekterweise “Dessertbanane” (Musa × paradisiaca) heißt und eine ZĂŒchtung der Gattung Banane ist. Es gibt als nie “die” Banane, sondern es gibt unzĂ€hlige Zuchtformen und Varianten, die man essen kann. Doch einfacherhalber wird jede eßbare Frucht von der Gattung Banane einfach als “Banane” bezeichnet.

Bananen zĂ€hlen zu den klimakterischen FrĂŒchten. Damit bezeichnet man FrĂŒchte, die nach ihrer Ernte nachreifen. Den Zustand, in dem die FrĂŒchte nachreifen nennt man “Klimakterium”. Neben der Banane gehören auch Melonen, Mangos, Äpfel, Pfirsische und Pflaumen zu den klimakterischen FrĂŒchten.

Banane Teneriffa

3. Die VorgÀrten von Los Gigantes

Auf dem Weg zum Stadtsrand “Playa de los GuĂ­os”, wo wir die Klippen “Los Gigantes” bewundern können, kommen wir an einer natĂŒrlichen Aufschluss mit einem davor kĂŒnstlich angelegten Beet mit einer kleinen Fiederpalme (siehe BlĂ€tter!) und auffĂ€llig kleinen kugeligen Kakteen.

Los Gigantes Garten

Diese kleinen kugeligen Kakteen gehören der Pflanzengattung “Echinocactus” aus der Familie der KakteengewĂ€chse (Cactaceae). Der wissenschaftliche Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten echinus fĂŒr ‚Igel‘ und cactus fĂŒr ‚Kaktus‘ ab und verweist damit auf das kugelförmigen Aussehen und die Bedornung.

Eine bekannte Art dieser Gattung ist der sogenannte „Schwiegermutterstuhl“ (Echinocactus grusonii) und ist als Zimmerpflanze recht beliebt, da er keine hohen AnsprĂŒche an die Pflege hegt. 2008 wurde diese Kaktusart sogar als “Kaktus des Jahres gewĂ€hlt” um auf seine GefĂ€hrung in seinen Heimatgebieten aufmerksam zu machen.

Nachdem dem Strandbesuch geht es fĂŒr mich und Ben wieder bergauf in die Stadt. Auf dem FußgĂ€ngerweg gehen wir an unzĂ€hligen VorgĂ€rten vorbei. Hier gibt es viele verschiedene Blumen und Pflanzen zu entdecken. Uns fĂ€llt vor allem eine zartrosa blĂŒhende Pflanze auf.

Oleander

Es ist ein Oleander (Nerium oleander) – eine Zierpflanze, die aber auf Teneriffa teilweise bereits verwildert ist. Alle Pflanzenteile des Oleanders sind giftig.

Ist die BlĂŒtezeit des Oleander vorbei und wenn die BlĂŒten befruchtet sind, dann bilden sich lange grĂŒne Schoten, wo sich Samen bilden. Anfangs sind die Schoten hellgrĂŒn (s. Bild unten), so mit der Reife nehmen sie einen braunen Farbton an und platzen schließlich am Ende der Reifezeit auf und die Samen fallen zu Boden.

Balgfrucht

Der Oleander wird aufgrund der Form seiner BlĂ€tter auch “Rosenlorbeer” genannt. Nicht unweit von “unserem” Oleander haben wir das GlĂŒck und finden tatsĂ€chlichen einen echten Lorbeer-Baum (Laurus nobilis).

Seine BlĂ€tter werden getrocknet und als GewĂŒrz fĂŒr Eintöpfe oder Suppen verwendet. In der französischen KĂŒche gehören die BlĂ€tter zum “Bouqet garni” – ein KrĂ€uterbund, der fĂŒr Bouillons verwendet wird.

Lorbeer Teneriffa

Auch als Symbol hat der Lorbeer eine Bedeutung. In vielen Darstellungen der Antike wird der Lorbeerkranz als Symbol fĂŒr eine besondere Ehre oder Auszeichnung verwendet. Auch fĂŒr einen Sieg oder einen besonderen Erfolg setzt man der Person einen Lorbeerkranz, der auch Siegerkranz genannt wird, auf. HĂ€ufig sind diese KrĂ€nze als goldene SiegerkrĂ€nze dargestellt.

Wir setzen unseren durch Los Gigantes fort und entdecken NadelbÀume, die nicht wie typische NadelbÀume aussehen. Es sind einige Norfolk-Tanne (Araucaria heterophylla), deren ungewöhnliches Aussehen sofort im Blick gerÀt und gleichzeitig sie zu einem unverkennbaren Baum machen.

Tanne Teneriffa

Beim ersten Anblick denkt man sofort, hier ist etwas verkehrt. Wir kennen von unseren einheimischen NadelbĂ€umen, das deren Äste herunter hĂ€ngen, doch bei diesem Baum ist es nicht der Fall. Im Gegenteil, die etwas dreieckigen geformten Äste scheinen der Schwerkraft zu trotzden. Sie sind nĂ€mlich nach oben gerichtet.

Die Norfolk-Tanne ist kein ursrĂŒnglich einheimischer Nadelbaum auf Teneriffa, obwohl er hier sehr hĂ€ufig anzutreffen ist. Seine Heimat liegt auf den Norfolk-Insel, die zu Australien gehören. Auf der Landesflagge und dem staatlichen Emblem der Insel ist der Baum symbolisch abgebildet.

4. Der TausenjÀhrige und der Schildlaus-Kaktus von Icod de los Vinos

Bei unseren 2-tĂ€gigen Aufenthalt in Icod de los Vinos haben wir den grĂ¶ĂŸten und Ă€ltesten Kanaren-Drachenbaum (Dracaena draco) der gesamten Kanarischen Insel besucht: den tausendjĂ€hrigen Drachenbaum “Drago Milenario”.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen ist der Baum eher zwischen 300 – 800 Jahre alt ist, doch das tut dem Baum in seiner Erscheinung keinem Abbruch.

Drachenbaum

Eine weitere Korrektur, die man (eigentlich) an seinem Namen vornehmen sollte, ist die deutsche Bezeichnung “Baum”. DrachenbĂ€ume sind botanisch gesehen keine BĂ€ume, sondern gehören zur Familie den SpargelgewĂ€chsen.

Richtig gelesen.

Der berĂŒhmsteste Baum auf Teneriffa ist im weitesten Sinne ein GemĂŒse. Jedoch ist diese Pflanze nicht eßbar, da sie giftige Saponine enthĂ€lt.

Ein Merkmal was ihn außerdem nicht als Baum auszeichnet ist sein nicht vorhandenes sekundĂ€res Dickenwachstum. BĂ€ume bilden ein sekundĂ€res Dickenwachstum um ĂŒberhaupt Holz und damit eine StabilitĂ€t und Versorgungssicherheit ihrer Äste und BlĂ€tter zu erreichen. DrachenbĂ€ume bilden kein Holz, weisen damit auch keine Jahresringe auf und damit gestaltet sich auch ihre Altersbestimmung etwas schwieriger. Das Alter kann aber anhand der Verzweigungen der Äste ungefĂ€hr bestimmt werden.

Der Drago Milenario steht in einem Garten, deren Zutritt leider nur fĂŒr Einheimische kostenlos ist. Ben und ich sind geizig (wir waren damals Studenten!) und sparen uns den Besuch des Garten. Zumal tummeln sich hier wahnsinnig viele Menschen, die unbedingt von sich und dem Baum ein Foto haben möchten – uns ist diese Menschenansammlung etwas zuviel. Doch wir haben eine Alternative gefunden.

Teneriffa

Neben dem “Barranco Caforino” fĂŒhrt ein kleiner Trampelpfad. Wenn man diesen bis zur Anhöhe folgt, hat man auch eine schöne Aussicht auf den Garten und den “Drago Milenario”. Hier entdecken wir ebenfalls ein paar junge DrachenbĂ€ume und andere interessante botanische Besonderheiten.

Auch einen Kaktus mit auffallenden ovalen sehr flachen BlĂ€ttern finden wir vor: Ein Feigenkaktus. Dieser Kaktus gehört zu den Kakteen-Arten, die man hier auf Teneriffarecht hĂ€ufig findet. Zudem hat diese Kaktusart mit dem wissenschaftlichen Namen “Opuntia ficus-indica” etwas Besonderes vorzuweisen.

Die FrĂŒchte dieser Kaktusart sind eßbar, die unter der Bezeichnung “Kaktusfeige” bekannt sind. Auf den kanarischen Inseln werden diese FrĂŒchte “Higo Pico” genannt und zu Marmelade, Sirup oder Saft verarbeitet. Die Heimat des Feigenkaktus liegt in Mexiko, wo seine FrĂŒchte zur einheimisch KĂŒche gehören.

Kaktusfeige

Neben den eßbaren FrĂŒchte ist dieser Kaktus auch ein wichtiger Lebensraum fĂŒr die Cochenilleschildlaus (Dactylopius coccus), die auf den BlĂ€ttern lebt. Diese wenige mm-großen Insekten werden zur Gewinnung des Farbstoffen “Karmin” von den Kakteen “geerntet”. Dieser rote Farbstoff mit der Bezeichnung “E 120” wird vor allem in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie verwendet.

Aufgrund seiner Bedeutung als Nutzpflanze wurde diese Kakteen-Art von den deutschsprachigen Kakteengesellschaften aus Deutschland (DKG), Österreich (GÖK) und Schweiz (SKG) zum Kaktus des Jahres 2019 gewĂ€hlt.

5. Die Palme auf der Busfahrt nach Puerto Cruz

Auf den Busfahrten auf Teneriffa war es nicht immer einfach einen guten Schnappschuss der Landschaft, interessanten GebĂ€uden oder Pflanzen zu gewinnen. So war ich froh, das ich diese Fiederpalme doch ganz gut im Fokus hatte. Die Palme kann ich allerdings aufgrund des Bildes nicht nĂ€her bestimmen, jedoch zeigt es doch allein die VielfĂ€ltigkeit der Palmen auf Teneriffa, die mir bis dahin nicht so bewußt war.

(Solltest du die Palme bestimmen können, wĂ€re ich dir dankbar 🙂 )

Palme Teneriffa

6. Die BĂ€ume von Santa Cruz de Tenerife

Weihnachten ist noch nicht so lange her und das neue Jahr haben wir auch erst vor wenigen Tagen gefeiert. Dennoch scheint es, als wÀre das Feiern noch nicht zu Ende.

WĂ€hrend bei uns in Deutschland relativ schnell nach Heiligabend der Schmuck an GebĂ€uden und Straßen verschwindet, bleibt er hier auf Teneriffa lĂ€nger hĂ€ngen. Hier ist der Höhepunkt der spanischen Weihnachtszeit am 6. Januar – der Tag der Heiligen Drei Könige (DĂ­a de Los Reyes Magos).

Santa Cruz de Tenerife

Ben und ich gehen am Abend durch die Strassen der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife spazieren. Hier sind viele BĂ€ume mit zahlreichen Lichterketten geschmĂŒckt. Überall leuchtet es in bunten Farben – und dank des Klimas – können wir auch am Abend in kurzen Hosen und T-Shirt durch die Straßen gehen. Ein einmaliges Erlebnis, das so in Deutschland nicht zu dieser Jahreszeit möglich wĂ€re.

Doch neben geschmĂŒckten BĂ€umen, können wir auch den nicht beleuchteten Exemplaren etwas abgewinnen. So entdeckten wir u.a. auch diese beleuchtete Allee, deren Baumkronen so dicht zugewachsen ist, das man den Nachthimmel nicht mehr erkennen kann. Nur an wenigen Stellen ist dieser zu sehen.

Teneriffa

Am darauf folgenen Tag haben wir einen Baum vorgefunden, der uns sicherlich nachts – auch ohne Beleuchtung – aufgefallen wĂ€re.

Es ist eine WĂŒrgefeige (Gattung Ficus), die eine interessante Überlebensstrategie aufweist. Sie wĂ€chst als Epiphyt (“Aufsitzerpflanze) auf anderen Pflanzen. Dies passiert, wenn ihre Samen von Vögeln gefressen und unbeschĂ€digt im Kot auf einen Baum wieder ausgeschieden werden. Der Samen bleibt dann dort dank seiner schleimigen SamenhĂŒlle kleben und beginnt bald auf dieser Stelle zu keimen.

WĂŒrgefeige

Er bildet Luftwurzel, die ihren Weg nach unten in Richtung Boden wachsen. Sobald diese Wurzeln den Boden erreicht haben, beginnt ein schnelleres Wachstum des Feigenbaumens und es werden vermehrt weitere Luftwurzeln gebildet.

So wird allmĂ€hlich die Wirtspflanze umschlossen bis diese schließlich stirbt und es bildet sich im Inneren der WĂŒrgepflanze ein Hohlraum. Durch die Zersetzung des Wirtsbaumen profitiert ebenfalls die WĂŒrgefeige, da durch den Zersetzungsprozess NĂ€hrstoffe freigegeben werden, die die Feige nutzen kann.

7. Die Strand-Palmen von Playa de las Teresitas

Auf Teneriffa gibt es neben den Fiederpalmen auch FĂ€cherpalmen. Als wir den Strand “Playa de las Teristas” besuchen, dĂŒrfen natĂŒrlich einige Palmen nicht fehlen. Diese Palmen haben aber eine andere Blattform, als die bisherigen beobachteten Fiederpalmen.

Palmen Teneriffa

Charakteristisch fĂŒr FĂ€cherpalmen sind ihre handförmig geteilten BlĂ€tter, deren umriss fĂ€cherförmig ist (Name!). Die Blattrippen gehen dabei strahlenförmig vom Ansatz des Blattstieles bis zum Blattrand.

Diese Palmen, die wir hier am Randes des Strandes vorfinden sind Kalifornische Washington-Palmen (Washingtonia filifera). Diese gehören zu den hĂ€ufigstens FĂ€cher-Palmen, die man auf Teneriffa antreffen kann, wobei ihre Heimat in Nordamerika liegt. Der Stamm wird von den toten BlĂ€ttern des BĂ€umes umhĂŒllt, daher wird diese Palme auch asl “Petticoat-Palme” bezeichnet. Aus Ă€sthetischen GrĂŒnden werden die toten BlĂ€ttern aber hĂ€ufig entfernt.

8. Die Landschaft von GuĂ­mar

Die Stadt Guímar ist eine unser letzten Stationen auf unserer Teneriffa-Rundreise. Hier machten wir einen Halt, weil hier interessante pyramidenförmige Terrassenbauten zu bestaunen sind, deren Funktion bis heute noch nicht einwandfrei erklÀrt werden kann.

Nache einem Besuch wollen wir in die Landschaft eintauchen, da hier niedriges Buschwerk ist und wir einige Trampelpfade erkennen können. Hier heißt es fĂŒr uns “hinein in die Natur”. Auf einer Anhöhe angelangt, erstreckt sich die sich vor uns eine Sukkulentenbuschlandschaft, dahinte Ort GuĂ­mar und im Hintergrund ist der Atlantische Ozean zu erkennen. Und hinter dem Horizont, da liegt die WestkĂŒste von Afrika.

Guimar

Fazit

Es war ursprĂŒnglich nie geplant, einmal einen Blogartikel ĂŒber die Botanik von Teneriffa zu schreiben. Doch bei der Ansicht meines Bildmaterials habe ich mich dann doch entschlossen mich mehr mit der kanarischen Botanik zu beschĂ€ftigen.

Trotz schöner Pflanzen-Bilder, war ich dennoch mit Art bzw. Gattungsbestimmung etwas zurĂŒckhaltend. Dennoch hoffe ich es ist mir doch soweit – dank Literatur und viel Recherche – gelungen. Ich hoffe, das ich trotz der wenigen beispielhaften Exemplare ein paar interessante Bilder herausgepickt zu haben und mein Bericht Lust auf mehr macht.

Jedem rate ich, wenn er oder sie eine Reise nach Teneriffa plant: schaut euch die Pflanzen an!!! Ich denke, es gibt nur wenige Orte in Europa, wo so viele endemische Pflanzen an einem Ort vorkommen. Meine Recherchen haben viele Bilder und Tipps zu Tage gefördert, wo ich mich jetzt selbst frage: “Mist, warum habe ich das damals nicht gemacht?!

Nun gut, sich Ă€rgern nĂŒtzt nicht. Ich habe ja letztendlich doch ganz viel von der Insel gesehen und erlebt. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja eines Tages wieder auf dieser Insel – und dann werde ich mir ganz bestimmt die Pflanzen nochmals nĂ€her anschauen.


Quellen und lesenswerte Links

Mich mit dem Thema “Pflanzen auf Teneriffa” zu beschĂ€ftigen, hat mein Horizont in Sachen “Botanik” um einiges erweitert. Hier sind einige Links fĂŒr deine Horizonterweiterung:


Warst du einmal auf Teneriffa? Welche Pflanzen hast du dort gesehen? Hinterlasse ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.

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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfÀltigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!

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