Deutschland

Stempeljagd auf dem Deister (Winter-Edition)

Von
am
Januar 28, 2018

“Wer gut allein sein kann, ist nie einsam.”
– Andreas Tenzer (*1954), deutscher Philosoph und Pädagoge

Die Sonne steht bereits über dem Horizont. Ein Morgen in “Springe”.

Noch gestern Abend war ich in der Stadt Hannover und habe bei einem Konzert mächtig Party gemacht. Doch nach so vielen Menschen auf engem Raum, brauche ich wieder Zeit für mich allein – und zwar draußen in der Natur.

Daher habe ich das Wochenende so geplant, das am Samstag erstmal Party angesagt ist und Sonntag Stille und Alleinsein. Ohne diesen Ausgleich zwischen beiden Seiten, würde ich mich nicht wohl fühlen.

Meine Reise zum Deister

In Hannover hatte die Morgendämmerung bereits angefangen, als ich in die S-Bahn stieg. Der Zug ist nahezu leer. Nur wenige Personen sitzen in der Bahn.

Kein Wunder! Es ist Sonntag – kurz nach 9 Uhr. Ein Tag mit einer Uhrzeit, wo man wohl lieber im Bett liegt, als irgendwo in der Weltgeschichte umher zu reisen. Doch da ich in dieser dunklen Jahreszeit auch noch möglichst viel Wandern möchte, nutze ich jede Minute Tageslicht. Das bedeutet für mich auch an Tagen früh aufzustehen, auch wenn es mir mal schwer fällt.

Morgen in Springe

Nach nur genau 30 Minuten habe ich Hannover und damit Großstadt hinter mir gelassen und stehe nun am Bahnhof Springe und blicke auf den Höhenzug, der mich hierher gelockt hat: der Deister.

Waldmedaille – Hannover – Wandern – Deister

Das ich ein begeisterter Sammler von Wanderstempeln bin, ist dem Leser meines Blogs sicherlich aufgefallen und daher auch nichts Neues. Ich bin ein großer Fan vom Harz – doch es ist schön, wenn die Idee vom “Stempel-Sammeln” auch außerhalb des Harzes in anderen Wandergebieten umgesetzt wird.

Doch ich muss hier noch weiter ausholen, wie ich eigentlich zum Deister kam. Nach Hannover zu kommen, war eigentlich ein ganz anderer Grund. Wegen einer Recherche zum Thema “Wald” bin ich auf diesem Artikel gestossen, der mein Interesse für den Hannoveraner Stadtwald “Eilenriede” geweckt hatte. Nur da gab es ein Problem. Die Jahreszeit.

Es war November. Der Wald war sicherlich nicht in einer grünen Pracht zu bewundern wie im Frühjahr oder Sommer, doch die Stadt Hannover blieb im Hinterkopf.

Dann ergab es sich, dass ich im Dezember ein Konzert besuchte, das zufälligerweise in Hannover stattfand. “Eilenriede” war wieder im Blickfeld, doch es war Dezember. Also eher nichts mit grünen Wald. Doch da die Reise nach Hannover nun sicher war, schaute ich mich nach Wander-Möglichkeiten in Hannover um und siehe da: ich fand den “Deister”!

Und dazu gibt es noch Stempelstellen, wo man ein Abzeichen erwandern kann! Oha – Jetzt war mein Interesse geweckt!

Der Deister

“Deister? Hä? Was ist denn das?”

So oder ähnlich musste ich am Anfang gedacht haben, als ich den Namen las. Ich hatte davon noch nie gehört.

Der Deister – auch “Großer Deister” genannt – ist ein Höhenzug, der am Rande des Niedersächsichen Berglandes etwa 20 km südöstlich von Hannover liegt. Sein höchster Punkt liegt bei etwa 405 m ü. NHN.

Die umliegenden Orte und Gemeinden kann man gut per S-Bahn (GVH – Großraum-Verkehr Hannover) und Bus erreichen. Viele Wanderwege führen auf, durch und sogar auch um den Deister. Sogar mit dem Fahrrad kann man den Höhenzug erkunden.

Der Deister als Wandergebiet

Aufgrund seiner Nähe zur Großstadt ist der “Deister” im Hannoveraner Raum ein beliebtes Ausflugsziel- Fragt man bei der Hannoveraner Tourismus Info nach Informationsmaterial nach, bekommt man einige Prospekte in die Hand gedrückt.

Deisterp Prospekte

Mein Tipp: Hier sollte man explizit nach dem “Deister-Wanderpass” fragen, denn im Deister kann man – wie auch im Harz – Wanderstempel sammeln. Hat man alle 12 Stempelabdrücke im Wanderpass gesammelt, bekommt man beim Vorzeigen des abgestemplten Wanderpasses einen Anstecker als Belohnung.

Der Wanderpass ist nicht nur Wanderpass, sondern auch eine einfache Wanderkarte, wo die einzelnen nummerierten Stempelstellen abgebildet und kurz erläutert sind. Damit ausgerüstet, braucht man nur noch zum Deister zu fahren und mit dem Wandern (und Stempeln) anfangen.

Deister Wanderpass

Nun denn, den Wanderpass habe ich erhalten und meine Route ist geplant. Die Stempeljagd möge beginnen!

Auf zum ersten Wanderstempel!

Ausgerüstet mit Rucksack und Wanderpass gehe ich zielstrebig zur ersten Wanderstempelstelle. Ich verlasse den Bahnhof Springe und gehe an der “Industriestraße” nach Osten entlang, die parallel zu den Gleisen verläuft. Ein grauer bedeckter Himmel über meinen Kopf. Hoffentlich regnet es nicht.

Nach etwa 600 m entdecke ich bei einer Kreuzung kleines Hinweisschild, das mich auf das “Naturfreundehaus “Deisterhütte”” verweist. Hier muß ich erstmal in die linke Straße (“Zum Lausebrink)” einbiegen und ihren Verlauf folgen bis ich wieder bei der nächsten Möglichkeit nach rechts abbiegen muss (“Phillip-Reis-Str.).

Deisterhütte

Hier geht es für mich erstmal nur gerade aus.

Aaah! Das nächste Hinweischild. Nur noch 800 m und ich bin am “NaturFreundeHaus angekommen”. Ein asphaltierter Weg führt in den Wald und damit in den Deister hinein. Bald bin ich beim ersten Stempel.

Ich freu mich!!!

Das “NaturFreundeHaus”

Das NaturFreundeHaus “Deisterhütte” liegt im Wald am Rand des Deisters. Es ist ein beliebtes Aus- oder Zielpunkt für Wanderungen, doch auch direkt vor Ort kann man einiges erleben. Hier stehen ein Grillplatz, Spielplätze, ein Volleyballfeld, Tischtennisplatten, Spiel und Liegewiesen zur Verfügung. Zudem kann man das ganze Jahr über die Hütte für Übernachtungen oder Veranstaltungen buchen.

Das NaturFreundeHaus bietet neben der Übernachtungsmöglichkeit auch den idealen Ausgangspunkt um Wandertouren auf den Deister zu starten. Sogar zwei Lehrpfade (Thema “Vögel” und “Wald”) wurden hier angelegt um den Besucher die Natur näher zu bringen. Auch ein Bienenhotel ist aufgestellt worden und Informationstafeln informieren über verschiedene Arten von Biotopen.

Bienenhotel

Wo ist der Stempel?!

Ein leerer Spielplatz. Die Deisterhütte ist abgeschlossen und absolut keine Menschenseele hier. So finde ich die Deisterhütte, wie auch das NaturFreundeHaus genannt wird, vor. Hm…

Ich hatte gehofft einen Stempelkasten vorzufinden, wie ich es aus dem Harz kenne, doch Fehlanzeige. Nichts davon. Etwas ratlos stehe ich nun auf dem Platz vor der Deisterhütte. Ich weiss nicht mal, wie der Stempelkasten aussieht. Ich bin doch sehr Harz-verwöhnt und hatte daher die Erwartungshaltung, das man diesen Kasten sofort sieht. Aber hier muß ich wohl auf die Suche gehen.

Deisterhütte

Ich lese mir nochmal den Deister-Wanderpass durch, um Hinweise zu finden, wo sich die Stempelstelle befinden könnte oder wie die Stempelstelle auszusehen hat – doch leider erhalte ich keine Infos. Es wird aber garantiert, das man den Stempel zu jeder Jahreszeit erhalten kann. Na dann…

Ich gehe nochmal zur Deisterhütte. Vielleicht ist doch hier sowas wie ein Stempelkasten angebracht worden. Ich finde nichts, aber als ich an einem Info-Schaukasten vorbeikomme, da fällt mir ein Aushang mit der Aufschrift “Deister Wanderpasss” und ein Zahlen- und Buchstabencode auf. Ich schreibe mir den Code auf und fotografiere ihn noch sicherheitshalber.

Ich schaue mich noch ein letztes Mal auf dem Gelände um. Vielleicht habe ich doch etwas übersehen, aber nach ein paar Minuten ist mir klar, das es hier keinen Stempel zu holen gibt.

Ich entscheide mich allerdings nicht auf einen dieser Lehrpfade weiter zu gehen. Ein Blick verrät, die Wege sehen sehr matschig aus. Ich werde ein Teil des Weges zurückgehen und dann über einen schmalen Pfad über ein Acker zur nächsten Stempelstelle gehen. Das ist der grobe Plan. Jetzt muß er nur noch durchgeführt werden.

Der Neophyt im Winter

Ich verlasse das Wald auf dem gleichen Weg wie ich auch gekommen bin. Jetzt biege ich aber beim Hinweisschild nach rechts ab und folge einen asphaltierten Weg nach Norden.

Hier befinde ich mich am Rand von Wald und Deister. In den höheren Lagen des Deisters kann ich Schnee sehen, doch hier, wo ich entlang gehe, scheint der Schnee wieder geschmolzen zu sein. Dennoch haben wir auch hier tiefsten Winter, denn viel Grün kann ich nicht entdecken. Alles ist in Braun- und Grautönen getaucht.

Moment!

Eine bäumähnliche Pflanze mit auffallend roten Blüten sticht heraus. Es sind die weiblichen Blütenstände des Essigbaumes (Rhys typhina).

Essigbaum

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Essigbaumes ist eigentlich Nordamerika und Kanada. Als beliebtes Zierholz hat diese Pflanze, die zur Familie der Sumachgewächse gehört (darunter fällt auch der Cashew- und Pistazienbaum), auch erfolgreich Europa erobert.

In Deutschland wird diese Pflanze als “Neophyt” betrachtet. Also eine Pflanze, die sich in Gebiete ansiedelt, wo sie vorher noch nicht heimisch war. An einigen Stellen kann sie sogar zur Plage werden.

Der Hornstein am Acker

Ich biege in einen Feldweg nach links ab. Hier geht es weiter geradeaus. Auf der linken und rechten Seite nur Äcker. Zur rechten Seiten im Hintergrund der Deister. Ich lasse meinen Blick über die Äcker und den Weg schweifen. Da fällt mir am Weggrand ein ockergelber Stein auf.

Hornstein

Es ist ein Feuerstein, wobei hier die Bezeichnung etwas falsch ist. Feuersteine werden nur die Gesteine bezeichnet, die sich in der Kreidezeit gebildet haben. Dieser Stein ist zwar so hart wie ein Feuerstein und besteht auch aus dem gleichen Material (Quarz), doch da dieses Stück in einer anderen Zeit gebildet wurde, macht der Geologe da ein Unterschied und bezeichnet das Stück “Hornstein” – Ja, wir Geologen sind manchmal echt pingelig, was Gesteine und Minerale angeht.

Ich halte folglich einen Hornstein (“Feuerstein”) in der Hand. Er hat eine ockergelbe Farbe und ist auch recht groß. Diese Art von Feuersteinen – pardon – Hornsteinen – sind im Paläozän in der Zeitstufe “Danium” (etwa vor 62 –  67 Mio. Jahre) entstanden. Dank Gletscher der letzten Eiszeiten sind diese Gesteine von Skandinavien bis nach Hannover und Umgebung transportiert worden. Würde man diesen Stein nach seiner Reise fragen, er könnte sicherlich einiges erzählen.

Die Deisterpforte

Über den Acker geschafft, bin ich im Norden von Springe gelandet und folge dem Straßenverlauf, der mich zur “Deisterpforte” führt. Es geht jetzt wieder hinein in den Deister.

Glühbirne

Hier am Waldrand geht es erstmal bergauf zum Ebersberg, vorbei am Göbel-Denkmal. Das Denkmal zeigt in Silhouetten-Form eine überdimensionalen Glühbirne. Es steht für Erinnerung an den “angeblichen” Erfinder der Glühbirne Heinrich Göbel (1818 – 1893).

Vom Denkmal aus kann man weit in das “Calenberger Land” mit den Gebirgszügen des Kleinen Deister, Nesselberg und Osterwald blicken. Ich sehe Wolken und abschnittsweise blauen Himmel. Ob das Wetter jetzt besser wird?

Calenberger Land

Ich gehe weiter und hoffe auf meinen ersten Stempel. Die Deisterpforte ist nur paar Gehminuten vom Göbel-Denkmal entfernt. Die “Deisterpforte” war das erste Auflugslokal in Springer. Seit einigen Jahren wird es im Sommer als Waldcafe und Ausflugslokal mit großem Saal betrieben. Doch zurzeit scheint es Umbau oder Renovierungsarbeiten zu geben. Jedenfalls sieht es hier eher nach einer Baustelle als nach einem Cafe aus.

Ich blicke umher um nach dem Stempel Ausschau zu halten. Doch wie soll ich etwas finden, wenn ich nicht einmal weiß, wie es aussieht?

Da sehe ich bei einer teilweise zerstörten Hinweistafel eine weiße Geldkassette und der Inhalt ist – tadaa – der Stempel!!

Stempel Deister

Endlich ein Stempel! Mein erster Stempel vom Deister-Wanderpass! Ich freu mich!!!

Ein Blick auf die Stempelplatte verrät, das im Gegensatz zu den Harzer Wanderstempel keine Nummern, sondern Tiermotive abgebildet sind. In diesem Fall ist es ein Wildschwein (Sus scrofa).

Das Berggasthaus Ziegenbuche

Hier draußen ist keine Stempelstelle. Man muß das Gasthaus betreten und nach dem Stempel fragen. Aber das Personal ist sehr nett und der Stempel wird gerne in den Wanderpass gedrückt.

Draußen gehe ich nochmals zu den Ziegen. Ein kleiner Automat, der wie ein Kaugummmiautomat aussieht, kann man sich Maiskörner heraussziehen. Zweimal ziehe ich etwas Futter und gebe es den Ziegen. Eine Ziege ist mutig und hat sich auf einem Holzstamm direkt beim Zaun positioniert. Sie weiß wohl, das ich sie füttern werde.

Ziege

Zwei weitere Ziegen scheinen mir weniger zu trauen und beobachten die Fütterung aus einiger Entfernung. Der Ziegenbock profitiert davon, denn er bekommt jetzt den ganzen Mais ab.

Zum Schluss streichel ich vorsichtig die Wange des Ziegenbock. Das Fell fühlt sich etwas rauh und steif an. Dem Tier scheint meine Streicheleinheit zu gefallen.

Ich schaue auf die Uhr von meinem Smartphone. Oh – es ist bereits Mittag! In einigen Stunden geht bereits wieder die Sonne unter und ich muß den Deister bis dahin durchquert haben. Ein kurzes Abschiedswort an die Ziegen und schon bin ich wieder auf Wanderschaft.

Der Weg zum Annaturm

Ich habe zwar eine Karte auf der Hand doch ich stelle fest, das sehr viele Wege durch den Deister führen und man schnell die Orientierung verliert.

Ich gehe durch eine typische Wald-Winterlandschaft. Überall liegt Schnee, allerdings scheint dieser hier schon seit einigen Tagen zu liegen. Der Boden ist mittlerweile aufgeweicht und das Stampfen durch den Schnee ist doch recht mühselig.

Ich folge dem “Forstaufseher-Karl-Piepho-Weg” nach Norden bis ein unbenannter Weg von ihm abgeht. Ich folge diesem Weg ohnen Namen, weil der andere Weg letztendlich – laut Karte – in eine Sackgasse endet.

Deister Winter

Es geht eine Weile auf matschigen Schneeboden voran. Der Vorteil am Schnee ist, das die Schuhe zwar nass aber nicht dreckig werden. Erst als ich eine Kreuzung erreiche, gehe ich auf die “Münder Heerstraße.” Dieser Weg führt mich zu “Köllnischfeld”. Hier stehen mehrere Häuser und ein größerer Parkplatz steht davor. Hier steht auch das ehemalige Forsthaus “Köllnischfeld”.

Mir ist leider nicht klar, welche Funktionen hier die Häuser haben. Ob es Übernachtungsmöglichkeiten sind oder nur Standorte für Feiern und Veranstaltungen – Ich weiß es nicht.

Es geht jetzt weiter nach Norden am “Köllnischfeld” vorbei. Der Weg führt mich in einem Bogen nach Nordwesten, wo ich an einem Rastplatz an einer Kreuzung komme und den Weg nach weiter nach Norden nehme. Da erreiche ich den “Kammweg” – der Hauptweg auf dem Deister.

Der Annaturm

Der 28 Meter hohe Annaturm ist als markanter Aussichtspunkt an der höchsten Stelle des Deisters errichet worden. Er steht genau 405 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Bergrücken “Bröhn”. Von seiner Plattform aus kann bei sehr guten Wetterverhältnissen, nach Hildesheim, den Harz, ins Weserbergland oder die Landschaft rund um das Steinhuder Meer blicken.

Deister Annaturm

Der Bau des Turmes wurde von Johann Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) veranlasst. Er war ein deutscher Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker. Bereits zu seinen Lebzeiten hat er große wissenchaftliche Leistungen erbracht. Viele mathematisch-physikalische Phänomene und Lösungen sind nach ihm benannt worden und wer sich noch an die D-Mark erinnert. Er war auf dem 10-Mark-Schein abgebildet.

Gauß veranlasste den Bau des Turmes um hauptsächlich Landvermessungen durchführen zu können. Der Name “Anna” stammt von der Frau des Baumeisters.

Heutzutage ist der Annaturm zusammen mit der Waldgaststätte ein beliebtes Wanderziel. Bei Nachfrage an der Theke erhalte ich meinen nächsten Stempelabdruck auf dem Wanderpass. Jetzt fehlt nur noch ein Stempel.

Die Wasserräder von Wennigsen

Ich muss ein Stück den Kammweg zurückgehen, damit ich in die “Rodelbahn” abbiegen kann. Der Name ist berechtigt. Wenn ich jetzt einen Schlitten hätte, würde ich den Weg nach unten saußen. Doch Schlichten gehören nicht zu meiner Standard-Wanderausrüstung und so muß ich per Fuß den Weg hinunterstapfen. Die Rodelbahn hat einen nahezu fließenden Übergang zum “Studentenweg”.

Je tiefer ich wieder ins Tal komme, desto weniger Schnee liegt hier an den Waldhängen. Der Schnee ist weg, dafür begleiten mich jetzt Matsch und Pfützen und meine Schuhe sehen aus “wie Sau”. Egal – das ist eine Sache die mich beim Wandern letztendlich nicht mehr stört.

Wennigsen Stempel

Den Weg weiter folgend komme ich zur kleinen Attraktion “Wasserräder”. Der niedliche Stempelkasten ist schnell gefunden. Da ist sogar ein weitere Stempel drin. Nanu?!

Wennigsen ist nur nur mit seinen Wasserrändern in das Stempelsystem von Deister Wanderpass eingegliedert sondern hat auch eine eigene Stempelreihe mit dem Wennigser Wunderpass eingerichtet.

Die Wasserräder stehen still, da nur von April bis September die verschiedenen Installtionen mit Wasser angetrieben werden. Nun, diesem Schauspiel kann ich dann leider nicht sehen. Aber ich hab dem Stempel – in dem Falle sogar zwei – das reicht mir.

Auf nach Wennigsen!

Mein Weg führt mich jetzt auf nahezu gerade Strecke nach Wennigsen. Es geht weiter bergab bis ich wieder am Füsse des Deister stehen. Ich habe doch heute tatsächlich diesen höhenzug einmal in seiner Breite (etwa 4 km) durchquert. Dazu kommen natürlich noch ein paar Kilometer, die ich an seinem Rand entlang gewandert bin.

Wennigsen

Es ist 17 Uhr als es dämmert. Ich habe es tatsächlich geschafft. Ich gehe nun auf eine gepflasterte Straße, die am Rand von Wennigsen einer Asphaltstraße weicht. Von hier sind es noch weniger als 2 km als ich den kleinen Bahnhof im Norden erreiche. Die Abenddämmerung hat bereits eingesetzt. Ein schöner Abschluss für diesen Wandertag.

Hier warte ich auf die S-Bahn, die mich wieder nach Hannover bringt. Von dort aus geht es wieder nach Hause nach Schwerin.

Der Deister war ein überraschend interessantes Wandergebiet und kommt daher definitiv auf meine Wander-Bucket-Liste 2018. Dann ist die “Sommer-Edition” des Wanderberichtes dran.

Ich hoffe nur, das wir 2018 endlich einen Sommer haben werden. 2017 war ja eher recht dürftig, was heiße Tage bei über 30 Grad angeht.

Wir werden sehen…

Mein Fazit

Der Deister zeigt auf seinen Hauptwegen eine sehr gute Ausschilderung auf. Die Hauptwege sind gut ausgebaut und sowohl für Wanderer als auch für Fahrradfahrer geeignet.

Eine sehr gute Anbindung zum Nahverkehr, macht die Anfahrt zum Wandergebiet zum Kinderspiel. Doch sobald man sich im Deister befindet, hat man das Gefühl, von der Zivilisation weit weg zu sein. Auffällig still ist es hier. Kein Straßenlärm. Das finde ich persönlich sehr angenehm.

Zu guter Letzt wird auch auf dem Deister für das leibliche Wohl gesorgt. Sowohl im Sommer als auch im Winter haben ein paar Einkehrmöglichkeiten geöffnet.

Der Deister hat mich als Wandergebiet positiv sehr überrascht. Bisher hatte ich Hannover und seine Umgebung nicht als ein Wandergebiet wahrgenommen. Schön, das man auch eines Besseren belehrt wird.

Zur Winterzeit habe ich das Gebiet erkundet. Jetzt darf der Sommer für eine weitere Tour kommen. Die Sommer-Edition wartet bereits.


Streckbrief: Der Deister (Winter-Edition)

Karte

Die Wanderroute wurde mit Hilfe von Komoot nachgezeichnet.

Anfahrt

  • S-Bahn: Von Hannover aus kann man mit der S1/S2 sind die Orte Wennigsen, Barsinghausen und Bad Nenndorf und mit der S5 sind die Orte Bad Münder und Springe erreichen.
  • Linienbus: Von Haste oder Bad Nenndorf kann man die Orte Rodenberg und Laubnau erreichen

Einkehrmöglichkeiten

Stempelstellen

  • Nr. 5 – NaturFreundehaus (Stempelmotiv: ? – da nicht gefunden)
  • Nr. 6 – Ausflugslokal Deisterpforte (Stempelmotiv: Wildschwein)
  • Nr. 7 – Berggasthaus Ziegenbuche (Stempelmotiv: Greifvogel)
  • Nr. 4 – Waldgaststätte Annaturm (Stempelmotiv: Fuchs)
  • Nr. 3 – Wasserräder Wenningsen (Stempelmotiv: Hirschkäfer)

Quellen und lesenswerte Links

Wer mehr über den Deister, Hannover und die Stempelstellen erfahren möchte, sollte die folgenden Links anklicken:


Warst du schon einmal auf dem Deister? Wo bist du dort gewandert? Hast du auch die Stempel gesammelt? Hinterlasse hier ein Kommentar oder schreibe mir eine Email.

STICHWORTE
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Zoe
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Hallo, ich bin die Zoe und liebe es in der Natur zu sein. Wandern ermöglicht mir die Schönheit der Natur in ihrer vielfältigen Form zu erfahren. Was ich dann so auf meinen Wanderntouren entdecke schreibe ich hier auf dem Blog. Neugierig? Na, dann komm doch mit. Natur beisst nicht!